Entschädigungen Bund zahlt für Kundus-Angriff


Intern wird der Luftangriff von Kundus weiter für Unruhe sorgen, nach außen arbeitet die Bundesregierung an der Wiedergutmachung. Es wird Entschädigungszahlungen an die Angehörigen der zivilen Opfer geben, ein Anwalt aus Bremen verhandelt mit der Regierung.

Die Bundesregierung wird die Angehörigen der zivilen Opfer des Luftangriffs in Nordafghanistan entschädigen. Das teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag mit. Wie die Entschädigung konkret umgesetzt werde, verhandelt das Ministerium nun mit dem Anwalt der Angehörigen, Karim Popal aus Bremen.

Der deutsch-afghanische Rechtsanwalt hat 78 Vollmachten von Hinterbliebenen der Opfer des Luftschlags vom 4. September, bei dem bis zu 142 Menschen getötet und verletzt worden sind - darunter auch viele Zivilisten. Der deutsche Oberst Georg Klein hatte US-Kampfjets zur Bombardierung zweier von Taliban entführter Tanklastwagen im nordafghanischen Kundus angefordert. Der Angriff und das darauf folgende Kommunikationsdesaster hat bereits zum Rücktritt von Minister Franz-Josef Jung sowie zur Entlassung von Bundeswehrgeneralinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Verteidungsstaatsskretär Peter Wichert geführt. Auch der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist durch den Vorfall in Bedrängnis gekommen.

Der Sprecher sagte, es werde geprüft, ob es im Sinne der Angehörigen außergerichtlich eine Lösung geben könne, um einen möglicherweise jahrelangen Rechtsstreit zu vermeiden. Dazu gehöre die Frage, wer anspruchsberechtigt sei. "Fakt ist, es wird eine Lösung geben." Popal hatte zuvor erklärt, er hoffe auf eine außergerichtliche Einigung mit der Bundesregierung. Scheitere dies, wolle er auf Schadenersatz wegen fehlerhaften und grob fahrlässigen Verhaltens der Bundeswehr klagen.

DPA/ben DPA

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