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Entschädigungszahlungen an Afghanistan: 5000 Dollar für ein Menschenleben

Der Wert eines Menschenslebens lässt sich nicht beziffern. Aber wie entschädigt man dann die Familien getöteter Zivilisten? Vor dieser Frage stand auch die Bundeswehr in Afghanistan.

Auf deutschen Befehl hat im Jahr 2009 ein amerikanischer Kampfjet zwei von den radikalislamischen Taliban gekaperte Tanklaster beschossen. 100 Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben.

Auf deutschen Befehl hat im Jahr 2009 ein amerikanischer Kampfjet zwei von den radikalislamischen Taliban gekaperte Tanklaster beschossen. 100 Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben.

Das verheerende Bombardement von Kundus ist nun schon mehr als fünf Jahre her, aber der Streit über die Entschädigung der Opfer hält immer noch an. In der Nacht zum 4. September 2009 bombardierte ein amerikanischer F15-Kampfjet auf deutschen Befehl zwei von den radikalislamischen Taliban gekaperte Tanklaster.

Der Bundeswehroberst Georg Klein befürchtete, dass die Aufständischen die Fahrzeuge als fahrende Bomben gegen die Truppen verwenden könnten - obwohl die Laster auf einer Sandbank im Kundus-Fluss feststeckten. Etwa 100 Menschen kamen ums Leben, viele von ihnen wollten einfach nur Benzin abzapfen.

Der Bremer Anwalt Karim Popal kämpft nun schon in zweiter Instanz mit zwei Musterklagen für 81 afghanische Familien, die sich von der Bundesrepublik Deutschland ungerecht behandelt fühlen. Die Bundesregierung hatte an 90 Opferfamilien jeweils 5000 US-Dollar (4460 Euro) gezahlt.

Popal fordert 39.000 Euro für einen getöteten Angehörigen. "Afghanen sind nicht so billig", sagt er. Der nächste Verhandlungstermin steht am 12. März vor dem Oberlandesgericht Köln an.

Die 5000 Dollar wurden als freiwillige Kompensation gezahlt, ohne damit ein Schuldeingeständnis zu verbinden. Das gilt auch für die vielen weiteren Fälle, in denen die Bundeswehr für von ihr verursachte Kriegsschäden aufgekommen ist. Auf Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Jan van Aken hat das Verteidigungsministerium jetzt die Akten nach Entschädigungszahlungen in 13 Jahren Afghanistan-Einsatz durchforsten lasten.

Eine lange Liste von Entschädigungszahlungen

1,1 Millionen Dollar (aktuell 996.000 Euro) kamen dabei zusammen. Für die Zeit ab 2010 stellte das Ministerium sogar eine detaillierte Liste mit 186 Einzelfällen zusammen - vom Verkehrsunfall über das Manöver mit Flurschaden bis zu Schüssen auf Personen. Eine Auswahl:

- Im Oktober 2011 raste ein Bundeswehrfahrzeug in einen Stall. Für das Gebäude und die Tiere erhielt der Besitzer 6000 Dollar. Nur wenige Tage später erlegte ein abgerissenes Stromkabel ein Kamel. Die Bundeswehr zahlte dem Besitzer 1000 Dollar für das Tier.

- Für ein erschossenes Pferd gab es 2500 Dollar. Auch getötete oder verletzte Hunde (50 Dollar), Schafe (200 Dollar), Esel (150 Dollar) und Ziegen (50 Dollar) finden sich auf der Liste.

- Im Oktober 2010 setzte ein Bundeswehrsoldat mit einer Signalpistole ein Feld in Brand. Kostenpunkt: 14.850 Dollar - für afghanische Verhältnisse ein Vermögen. Ein durch Panzer angerichteter Flurschaden kostete die Bundeswehr sogar 25.200 Dollar.

- Nach der Operation "Halmasag" (Dari für Blitz), der größten Offensive der Bundeswehr gegen die radikalislamischen Taliban, zahlte die Bundeswehr im Herbst 2010 78.000 Dollar für zerstörte Felder. Das ist der größte Einzelposten auf der Liste.

Wie lässt sich ein Menschenleben beziffern?

Fast jeder Zweite unter den einzeln aufgelisteten Schadensfällen (85 von 186) geht auf Unfälle zurück, in die Fahrzeuge der Bundeswehr verwickelt waren. Am heikelsten ist aber die Entschädigung für im Kampf versehentlich getötete Zivilisten. Auf der Liste findet sich neun Mal der Eintrag "Schussabgabe", vier Mal war damit ein "Personenschaden" verbunden. Die Zahlungen reichen von 1500 bis 7800 Dollar. Für zerstörte Fahrzeuge wurden bis zu 10.000 Dollar gezahlt.

Der Linken-Politiker van Aken wirft der Bundeswehr vor, "eiskalt gerechnet" zu haben. "Die Zahlen sind so nüchtern wie grausam", sagt er. Aber wie soll man denn den Wert eines Menschenlebens überhaupt beziffern?

Konkrete Richtlinien gibt es bei der Bundeswehr dafür nicht. Die sogenannte Einsatzwehrverwaltungsstelle vor Ort prüft jeden Einzelfall und macht einen Vorschlag. Die Entscheidung liegt dann beim Kommandeur.

Ein Vielfaches vom jährlichen Durchschnittseinkommen

Im Vergleich zu den großen Bündnispartnern in Afghanistan entschädigt die Bundeswehr noch relativ großzügig. Die USA zahlen nach Recherchen der US-Menschenrechtsorganisation Center for Civilians in Conflict 2000 bis 2500 Dollar für einen getöteten Zivilisten.

Das britische Verteidigungsministerium gab Medienberichten zufolge Anfang Januar bekannt, dass es für 186 getötete Zivilisten in Afghanistan durchschnittlich 3000 britische Pfund Entschädigung bereitgestellt hat. Das sind ungefähr 4000 Euro oder 4500 Dollar.

Die 5000 Dollar aus Deutschland sind für afghanische Verhältnisse viel Geld. Die Summe entspricht dem achtfachen jährlichen Durchschnittseinkommen von 585 Dollar. Im Vergleich dazu erhalten die Angehörigen gefallener Bundeswehrsoldaten mit 100.000 Euro das Dreifache von dem, was ein Deutscher im Durchschnitt pro Jahr verdient.

Popal wird trotzdem weiter kämpfen. Er bekommt auch heute noch Post von Menschen aus Afghanistan, die sich ungerecht behandelt fühlen. Dabei geht es in der Regel um Militäroperationen der US-Streitkräfte. Mitte Januar erhielt der Anwalt aber zum ersten Mal seit dem Bombardement von Kundus eine E-Mail, in der die Bundeswehr beschuldigt wird, Zivilisten im Gefecht getötet zu haben. Drei Familien beklagen darin den angeblichen Tod von Angehörigen.

Den Wahrheitsgehalt der E-Mail zweifelt Popal selbst stark an. Den letzten Satz würden aber wahrscheinlich auch seine Mandanten aus Kundus unterschreiben: "Das Schlimmste ist, dass man uns nach dem Angriff vergessen hat."

Michael Fischer, DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.