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Diplomatische Krise: Erdogan soll Austausch von Yücel gegen Ex-Generäle angeboten haben

Seit fast einem halben Jahr befindet sich der "Welt-Korrespondent Deniz Yücel in türkischer Haft. Laut einem Medienbericht soll der türkische Präsident Erdogan den Journalisten zum Tausch gegen Ex-Generäle angeboten haben.

Recep Tayyip Erdogan und Sigmar Gabriel begrüßen sich per Handschlag im Mai in Anakara

Recep Tayyip Erdogan und Sigmar Gabriel begrüßen sich per Handschlag im Mai in Anakara

Der Fall klingt wie aus einem Gangsterfilm: Angeblich soll der türkische Präsident Erdogan den in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel zum Tausch angeboten haben - und zwar gegen die Auslieferung zweier Ex-Generäle der Armee, die mutmaßlich am Putsch im vergangenen Jahr beteiligt waren. Das berichtete die "Bild"-Zeitung.

Demnach sind deutsche Diplomaten überzeugt, dass die türkische Regierung inhaftierte Deutsche wie Geiseln benutzt. Ankara wolle so erzwingen, dass die Bundesregierung Türken ausliefere, die nach dem Putschversuch vor gut einem Jahr in Deutschland Asyl beantragt hätten. Im Fall Yücel hätte es ein konkretes Angebot gegeben. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte der Zeitung: "Auf so einen Handel können wir uns natürlich nicht einlassen."

Gabriel weiß nichts von Erdogan-Angebot

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch in der Türkei sind dort nach Erkenntnissen der Bundesregierung bislang 22 deutsche Staatsbürger festgenommen worden. Aktuell sind demnach noch neun von ihnen in Haft.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sagte dazu, dass ihm kein Angebot der Türkei bekannt sei, Yücel gegen zwei türkische Ex-Generäle auszutauschen. "Ich kenne kein offizielles Tauschangebot", sagte Gabriel in Berlin. Ein entsprechender Schriftverkehr oder Anruf aus den vergangenen Wochen sei ihm nicht bekannt. "Ich habe das nur in der Zeitung gelesen."


tis / DPA