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Frans Timmermans EU-Kommissionsvize räumt Fehler bei Impfstoff-Bestellungen ein

Frans Timmermans: EU-Kommissionsvize räumt Fehler bei Impfstoff-Bestellungen ein
Sehen Sie im Video: Österreichs Bundeskanzler Kurz kritisiert Impfstoffverteilung in der EU.






HINWEIS: SIE ERHALTEN DIESEN BEITRAG OHNE ZUSÄTZLICHEN SPRECHERTEXT O-TON SEBASTIAN KURZ, BUNDESKANZLER ÖSTERREICH: "Die Lieferungen erfolgen nicht nach Bevölkerungsschlüssel. Es gibt anscheinend auch Pläne dafür, dass sich dieses Vorgehen in den nächsten Monaten sogar noch verschärft und die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten immer größer werden." - SCHNITT - "Die Niederlanden würden so bis Ende Juni pro Kopf nicht nur mehr Impfdosen als das Nachbarland Deutschland bekommen, sondern fast doppelt so viele wie Kroatien." - SCHNITT - "Als hier diese Entscheidungen von den Staats- und Regierungschefs getroffen wurden, wurde anscheinend gleichzeitig, ganz eindeutig im Widerspruch dazu, in einem anderen Gremium, einem sogenannten Steering Board von Gesundheitsbeamten andere Vereinbarungen mit Pharma-Unternehmen getroffen. Die Verträge dieses Gremiums sind geheim und ich kenne sie daher auch selbst nicht. Es gibt aber Hinweise darauf, dass es dort auch einen sogenannten Basar gegeben haben soll, wo zusätzliche Abmachungen zwischen Mitgliedstaaten und Pharma-Unternehmen getroffen worden sind."
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Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, hat Versäumnisse bei der Corona-Impfstoffstrategie der Europäischen Union eingeräumt. Gleichzeitig verteidigte er das gemeinsame Vorgehen bei der Beschaffung der Vakzine.

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans hat Versäumnisse in Sachen Impfstrategie bei der Europäischen Union eingeräumt. "Es stimmt, dass bei der Bestellung der Impfstoffe sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedstaaten Fehler gemacht wurden", sagte Timmermans dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Ich bin bereit, am Ende der Pandemie eine Bilanz zu ziehen. Dann können wir ja sehen, was wir falsch und was wir richtig gemacht haben."

Timmermans verteidigt gemeinsame Impfstoff-Bestellung der EU

In der jetzigen Situation gehe es aber erst einmal darum, "dass ganz Europa Impfstoff bekommt", sagte Timmermans weiter. Im Gespräch mit der Zeitung verteidigte er die gemeinschaftliche Impfstoff-Bestellung durch die EU. Ein europäisches Vorgehen sei "auch im Interesse der reicheren Staaten" wie Deutschland erfolgt, ergänzte der Stellvertreter von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die EU-Kommission hat von den vier in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffen insgesamt mindestens 1,4 Milliarden Dosen geordert – eigentlich mehr als genug für die rund 450 Millionen Europäer. Allerdings steht die EU-Kommission seit längerem in der Kritik, unter anderem weil ihr zögerliches Handeln und strategische Fehler bei der Bestellung von Impfstoffen vorgeworfen werden. Auch die Verteilung der Impfstoffdosen auf die Mitgliedstaaten wird in manchen Hauptstädten der EU als ungerecht empfunden.

fs DPA AFP

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