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Falludscha-Exzess: Leichenschändung offenbar geplant

Die barbarische Ermorderung und Verstümmelung vier amerikanischer Zivilisten im irakischen Falludscha war nach Expertenmeinung geplant. Eine "Gruppe Scheich Ahmed Jassin" bekannte sich in einem Flugblatt zu der Tat. Die USA kündigten harte Gegenmaßnahmen an.

Einen Tag nach der Leichenschändung amerikanischer Bürger im Irak haben die USA am Donnerstag harte Gegenmaßnahmen angekündigt. Die Ermordung der vier Zivilisten in Falludscha werde "nicht ungesühnt bleiben", sagte der US- Chefverwalter im Irak, Paul Bremer. Er sprach von einer "unentschuldbaren und abscheulichen" Tat. Der US- Militärsprecher in Bagdad, General Mark Kimmitt, sagte dazu: "Es wird eine entschiedene, präzise und überwältigende Antwort geben. Wir werden (...) nach eigener Maßgabe handeln und die Kontrolle über die Stadt wiederherstellen», fügte er hinzu. Die Bilder aus Falludscha fanden große Resonanz in den amerikanischen Medien. Der Fernsehsender CNN warnte Zuschauer, ehe er kurz Bilder von den an Brücken aufgehängten Leichen zeigte.

Traumatische Erinnerungen an Somalia

Die Bilder riefen Erinnerungen an Somalia 1993 wach, als auch tote-US-Soldaten medientauglich durch die Straßen von Mogadischu geschleift wurden. Nach Meinung amerikanischer Medienexperten werden die Falludscha-Bilder die amerikanische Unterstützung für en Irak-Krieg schwächen und damit auch die Chancen von US-Präsident George W. Bush auf eine Wiederwahl schmälern. "Diese Bilder sprechen Bände", sagte der Meinungsforscher John Zogby . "Das ist genau das, was die Regierung Bush nicht haben wollte. Amerikaner werden hier als wirkliche Opfer gezeigt, nicht nur als Statistiken."

Geplante Tat

Die grausame Tat war nach Einschätzung amerikanischer Antiterror- Experten vermutlich geplant und keine Zufallstat. "Die Leute, die das getan haben, - das waren nicht drei Jungen...bei einem besonderen Abenteuer“, erklärte Cofer Black, Antiterror-Experte im US-Außenministerium bei einer Anhörung in einem Kongress-Ausschuss zu dem Vorfall am Donnerstag.Ein US-Experte bekräftigte, vermutlich seien die überfallenen Fahrzeuge auf ihrer Fahrt von den Tätern beobachtet worden. Es könne sein, dass die Angreifer von Hintermännern über Telefon auf die Autos aufmerksam gemacht worden seien. „Es scheint definitiv so zu sein, dass der Überfall gelenkt worden ist“, erklärte der Experte, dessen Name ungenannt blieb.

"Gruppe Scheich Ahmed Jasin" bekennt sich zu Tat

Nach dem Überfall waren in Falludscha Flugblätter aufgetaucht, auf denen eine "Gruppe des Scheichs Ahmed Jassin" sich zu der Tat bekannte. In Washington hieß es, man habe von dieser Organisation im Irak noch niemals gehört. Scheich Jassin, Mitbegründer und Mentor der Israel-feindlichen militanten Palästinenser-Organisation Hamas, die sich zu zahlreichen Selbstmordanschlägen bekannt hat, war kürzlich von Israel in einer gezielten Militäraktion getötet worden. In dem Flugblatt kündigte die bislang nicht in Erscheinung getretene Gruppe weiteren Gewalttaten an.