Folter-Skandal Kerry fordert Entschuldigung von Bush


Der voraussichtliche Präsidenschaftskandidat der US-Demokraten, John Kerry, hat von Bush eine öffentliche Entschuldigung gefordert. Verteidigungsminister Rumsfeld ist derweil vom Verteidigungsausschuss zu einer Anhörung geladen worden.

Die Misshandlungen irakischer Häftlinge durch US-Soldaten werden in den USA jetzt auch zu einem Thema im Präsidentschaftswahlkampf. Der demokratische Kandidat John Kerry forderte von Präsident George W. Bush am Mittwoch eine öffentliche Entschuldigung. Der Präsident sei der Welt eine Erklärung schuldig und müsse eine angemessene Verantwortung übernehmen, sagte Kerry während einer Wahlkampfveranstaltung in Kalifornien.

Bush hatte in zwei Interviews arabischer Fernsehsender die Misshandlungen der Iraker durch US-Soldaten verurteilt, sich aber nicht ausdrücklich entschuldigt. Dies hatte zuvor Bushs Sprecher im Namen der US-Regierung getan. Bush hatte in den beiden Interviews erneut erklärt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen wollen.

Rice entschuldigte sich als Erste

US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice entschuldigte sich einem Bericht der "Washington Post" zufolge als erstes Mitglied der US- Regierung wegen der Misshandlungen. "Es tut uns sehr Leid, was mit diesen Menschen geschehen ist", sagte Rice in einem von der Zeitung zitierten Interview eines arabischen Fernsehsenders. Auch der Sprecher der US-Streitkräfte im Irak, Mark Kimmitt, entschuldigte sich für die "beschämenden Vorfälle".

Der Verteidigungsausschuss des US-Senats lud Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zu einer öffentlichen Anhörung vor. Das teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Medienberichte, wonach Rumsfeld am Freitag aussagen soll, wurden dagegen nicht bestätigt. Der Ausschuss möchte unter anderem klären, wer zur Zeit der Misshandlungen im Gefängnis von Abu Ghoreib im Irak verantwortlich war und was nach Bekanntwerden der Vorwürfe von der Armeeführung unternommen wurde.

Weitere 25 Milliarden Dollar für Einsatz in Irak und Afghanistan gefordert

Unterdessen kündigte Bush an, er werde beim US- Kongress eine Sicherheitsreserve in Höhe von 25 Milliarden Dollar für Militäroperationen im Irak und in Afghanistan beantragen. Das Geld sei für das am 1. Oktober beginnende neue Haushaltsjahr bestimmt, teilte der Präsident in Washington mit. Es müsse sichergestellt werden, dass es bei der Finanzausstattung der Truppen keine Unterbrechung gebe.

DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker