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  • Frankreich: Diese Zwölf treten zur Präsidentschaftswahl an

Präsidentschaftswahl in Frankreich Elf gegen Macron: Diese Menschen wollen in den Élysée-Palast einziehen

  • von Thomas Krause
  • 09. April 2022
  • 11:52 Uhr
Nathalie Arthaud ist 52 Jahre alt und tritt für "Lutte ouvrière" (LO) – zu Deutsch: "Arbeiterkampf" – an. Sie ist Lehrerin für Wirtschaft und Management im Raum Paris und ist bereits 2012 und 2017 als Präsidentschaftskandidatin der trotzkistischen Partei angetreten – und holte 0,56 bzw. 0,64 Prozent der Stimmen.
Nathalie Arthaud
Nathalie Arthaud ist 52 Jahre alt und tritt für "Lutte ouvrière" (LO) – zu Deutsch: "Arbeiterkampf" – an. Sie ist Lehrerin für Wirtschaft und Management im Raum Paris und ist bereits 2012 und 2017 als Präsidentschaftskandidatin der trotzkistischen Partei angetreten – und holte 0,56 bzw. 0,64 Prozent der Stimmen.
© Stefano Rellandini / AFP
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Nathalie Arthaud ist 52 Jahre alt und tritt für "Lutte ouvrière" (LO) – zu Deutsch: "Arbeiterkampf" – an. Sie ist Lehrerin für Wirtschaft und Management im Raum Paris und ist bereits 2012 und 2017 als Präsidentschaftskandidatin der trotzkistischen Partei angetreten – und holte 0,56 bzw. 0,64 Prozent der Stimmen.
Fabien Roussel ist 52 Jahre alt und hat seine Karriere als Fernsehjournalist begonnen. 2014 wechselte er in die Politik, als er sich zum Stadtrat wählen ließ. Seit 2018 ist er Generalsekretär der "Parti communiste français" (Kommunistische Partei Frankreichs) und seit Mai 2021 auch der Präsidentschaftskandidat seiner Partei.
Emmanuel Macron ist 44 Jahre alt und seit 2017 Staatspräsident von Frankreich. Zuvor war er erst Berater, dann Minister unter Francois Hollande. Macrons Partei "La République en marche" (LRM) heißt auf Deutsch soviel wie "Die Republik in Bewegung". Er hat die letzte Wahl gewonnen mit dem Versprechen, das politische Leben Frankreichs zu erneuern und die Links-Rechts-Spaltung zu überwinden. Ob ihm das in seiner Amtszeit gelungen ist, müssen die Wählerinnen und Wähler entscheiden.
Jean Lassalle ist 66 Jahre alt und in der Politik, seit er 21 ist. Im März 2021 hat er seine Kandidatur für "Résistons" – zu Deutsch etwa: "Leisten wir Widerstand!" – erklärt. Die Partei hat er 2016 selbst gegründet und ist schon 2017 zur Präsidentschaftswahl angetreten. Damals holte er 1,21 Prozent der Stimmen.
Marine Le Pen ist 53 Jahre alt und die Tochter des Gründers der rechtsradikalen "Front National". Seit 2011 ist sie Vorsitzende der Partei und kämpft um ein bürgerlicheres Image der Partei, die seit 2018 "Rassemblement national" heißt – zu Deutsch etwa "Nationale Sammlungsbewegung". Bei ihrer ersten Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2012 wurde sie mit 17,9 Prozent der Stimmen Dritte. Bei ihrem zweiten Versuch 2017 erreichte sie 21,3 Prozent der Stimmen, unterlag in der Stichwahl aber Macron.
Éric Zemmour ist 63 Jahre alt und hat seinen Bekanntheitsgrad TV-Auftritten als Journalist zu verdanken. Seine teils radikalen Positionen – etwa zum Islam – haben ihm auch mehrere Gerichtsurteile eingebracht. Für seiner Partei "Reconquête!" – zu Deutsch: "Rückeroberung" – zählt er zu den extremen Rechten Frankreichs. Er tritt zum ersten Mal bei Präsidentschaftswahlen an.
Jean-Luc Mélenchon ist 70 Jahre alt und tritt für die radikal linke Partei "La France insoumise" (LFI) – zu Deutsch "Das unbeugsame Frankreich" – an. Ursprünglich in der sozialistischen Partei Frankreichs, wurde sie ihm "zu rechts", sodass er 2008 ausschied und seine eigene Bewegung gründete.  Bei seinen beiden vorherigen Präsidentschaftskandidaturen belegte er in der ersten Runde jeweils den vierten Platz, 2012 mit 11,1 und 2017 mit 19,6 Prozent der Stimmen.
Anne Hidalgo ist 62 Jahre alt und tritt für die "Parti socialiste" (PS), die sozialistische Partei Frankreichs, zur Präsidentschaftswahl an. Seit 2014 ist sie Bürgermeisterin von Paris. Nun will sie quasi in die Fußstapfen von Jacques Chirac treten, der es 1995 auch vom Pariser Bürgermeister zum französischen Präsidenten geschafft hat.
Yannick Jadot ist 54 Jahre alt und will für "Europe Ecologie-Les Verts (EELV)" – zu Deutsch: Europa Ökologie - die Grünen" – Präsident von Frankreich werden. Er begann als Greenpeace-Aktivist, bevor er 2008 in die Politik ging und 2009 ins Europaparlament einzog.  Im Jahr 2016 gewann er die Vorwahl der Grünen für die Präsidentschaftswahlen, verzichtete aber schließlich auf seine Kandidatur und unterstützte den Sozialisten Benoît Hamon.
Valérie Pécresse tritt mit 54 Jahren für "Libres!" – zu Deutsch etwa "Die Freien!" – an. Sie hat schon Jacques Chirac beraten und auch unter Nicolas Sarkozy Karriere gemacht. Ursprünglich war sie in der republikanischen Partei, die ihr aber zu rechts wurde. 2019 gründete sie dann ihre jetzige Partei. Mitte Oktober erklärte sie dann, dass sie den Republikanern wieder beitreten werde. Nun ist sie die gemeinsame Kandidatin der rechten Bewegung für die Präsidentschaftswahlen.
Philippe Poutou will mit 54 Jahren für die "Nouveau parti anticapitaliste" (NPA) – die "neue antikapitalistische Partei" –  in den Élysée-Palast einziehen. Als Arbeiter in einer Ford-Fabrik hat er sich gewerkschaftlich engagiert und so seine politische Karriere gestartet. Nach Werksschließung und Entlassung wurde er 2019 er Stadt- und Gemeinderat von Bordeaux. Er tritt zum dritten Mal bei einer Präsidentschaftswahl an: 2012 holte er 1,15 Prozent der Stimmen und 2017 1,09 Prozent.
Nicolas Dupont-Aignan ist 61 Jahre alt und tritt für die rechtsextremistische Partei "Debout la France" (DLF) – zu Deutsch etwa "Frankreich, steh auf" – zur Präsidentschaftswahl 2022 an. Er war lange in den etablierten rechten Parteien Frankreichs engagiert, bevor er 2007 seine eigene Bewegung ins Leben rief.  Bei seiner ersten Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2012 erhielt er 1,79 Prozent der Stimmen. Im Jahr 2017 erhielt er 4,7 Prozent der Stimmen und rief dann dazu auf, im zweiten Wahlgang für Marine Le Pen zu stimmen – im Austausch für den Posten des Premierministers im Falle ihres Wahlsieges.
Frankreich wählt am 10. April. Wird Emmanuel Macron Präsident bleiben oder muss er sein Amt und den Élysée-Palast für eine Herausforderin oder einen Herausforderer räumen? 

Zur Präsidentschaftswahl in Frankreich im nächsten Monat treten gegen Amtsinhaber Emmanuel Macron elf weitere Kandidatinnen und Kandidaten an. Das teilte der Verfassungsrat in Paris mit. Insgesamt hatten 65 Bewerber offiziell Interesse am höchsten Staatsamt bekundet. Die meisten bekamen jedoch nicht die erforderlichen Unterschriften von mindestens 500 gewählten Politikern zusammen.

Der erste Wahlgang ist am 10. April. Normalerweise kommt kein Bewerber auf die erforderliche absolute Mehrheit. Die Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten wäre dann am 24. April. Zu den weiteren Kandidaten gehören die Konservative Valérie Pécresse, die Sozialistin Anne Hidalgo, der Links-Politiker Jean-Luc Mélenchon, die Rechte Marine Le Pen, der extrem rechte Publizist Éric Zemmour, der Grüne Yannick Jadot sowie der Kommunist Fabien Roussel.

Macron vor Le Pen und Zemmour

Macron regiert im Élysée-Palast seit 2017. In den jüngsten Umfragen lag der 44-jährige Liberale klar vorn, gefolgt von Le Pen auf Platz zwei vor Zemmour und Pécresse. Aus dem linken Lager kann bisher Mélenchon mit dem meisten Rückhalt rechnen. Ein Thema, das Parteien und Kandidaten seit Monaten umtreibt, ist die Wahlbeteiligung. Bei den Regionalwahlen im vergangenen Jahr rutschte sie auf einen Minusrekord.

Quellen:  DPA, "Conseil-constitutionnel.fr", "Le Monde".

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