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Kremlgegner Kasparow warnt den Westen Mit Putin, dem "Krebsgeschwür, kann man nicht verhandeln"


Harte Attacke von Kremlgegner Garri Kasparow gegen Wladimir Putin: Bei einer Rede vor dem US-Senat bezeichnet Kasparow Putin als "Krebsgeschwür". Für den Westen hat er eine Warnung parat.

Der Kremlgegner Garri Kasparow hat die USA und den Rest der Welt dazu aufgerufen, Russlands Staatschef Wladimir Putin weiter zu isolieren und die Ukraine mit Waffen zu unterstützen. Bei einer Anhörung im US-Senat machte er Putin am Mittwoch außerdem für den Tod des Kremlkritikers Boris Nemzow verantwortlich. Die Europabeauftragte im US-Außenministerium, Victoria Nuland, warf Russland vor, "abertausende" Soldaten in die Ukraine geschickt zu haben.

Kasparow bezeichnete Putin als "Krebsgeschwür", das entfernt werden müsse. "Man kann nicht mit einem Krebsgeschwür verhandeln", sagte der Oppositionelle vor den Mitgliedern der Kongresskammer. Auch die russischen Oligarchen, die Putin unterstützen, müssten zu der Entscheidung gezwungen werden, sich entweder von ihm abzuwenden oder selbst ins Abseits zu geraten.

"Es gibt keine rote Linie mehr"

Der Westen setze seine "Politik der ausgestreckten Hand" fort, beklagte Kasparow. Das habe Putin in seinem Handeln gestärkt und "unsere Oppositionsbewegung delegitimiert". Er bezeichnete die Lage in der Ukraine als natürliche Folge des "Polizeistaats" in Russland und forderte, dass Kiew schnellstmöglich mit Waffenlieferungen unterstützt wird.

Zu dem Mord an Nemzow sagte der Oppositionelle, dieser sei getötet worden, "weil er getötet werden konnte". Die russische Führung sei der Ansicht, dass sie nach 15 Jahren an der Macht, alles tun könne. "Es gibt keine rote Linie mehr." Die Russen wollten in Freiheit leben, aber "eine Diktatur zu besiegen, die globalisiert, reich an Energie und stark angesichts der stillschweigenden Unterstützung der freien Welt ist, ist zu viel verlangt", sagte Kasparow.

Kasparow lebt nicht in Russland. Er galt lange als treibende Kraft der liberalen Opposition, wird allerdings wegen seines Exils kaum noch wahrgenommen in Russland.

feh/DPA/AFP DPA

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