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Gaza-Krieg: Waffenruhe wird um 24 Stunden verlängert

Kurz vor Ablauf der Feuerpause haben Israel und die Palästinenser einer Verlängerung um 24 Stunden zugestimmt. In dieser Zeit sollen die Verhandlungen über eine langfristige Waffenruhe weitergehen.

Israelis und Palästinenser haben sich in Kairo auf eine weitere Verlängerung der Waffenruhe im Gaza-Krieg um vorerst 24 Stunden geeinigt. Dies bestätigten Israel und der palästinensische Delegationschef Asam al-Ahmed am Montagabend. In der Zeit sollten in Kairo Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe weitergehen, hieß es. Zuvor war auf palästinensischer Seite schon von einer Verlängerung der Feuerpause um mehrere Wochen die Rede gewesen.

Palästinensische Medien berichteten, Unterhändler beider Seiten hätten sich schon in Stichpunkten auf ein Abkommen geeinigt. Eine neue Waffenruhe solle den Delegationen mehrere Wochen lang Zeit geben, Streitpunkte zu klären. Nach dem Anfang Juli ausgebrochenen jüngsten Gaza-Krieg hält seit dem 10. August fast durchgängig eine Feuerpause. Die Palästinenser bezichtigten Israel, die Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe im Gaza-Krieg bewusst zu verzögern. Die "Manöver" der israelischen Delegation würden jeden Fortschritt verhindern, sagte Al-Ahmed.

"Wir haben der Verlängerung zugestimmt, in der Hoffnung, jede Stunde für weitere Verhandlungen nutzen zu können", sagte Al-Ahmed vor Journalisten. Laut palästinensischen Medien stehen beide Delegationen vor dem Abschluss einer mehrwöchigen Waffenruhe. Die Palästinenser hoffen zudem auf eine Aufhebung der seit 2007 bestehenden Blockade des Gaza-Streifens.

"Harte Antwort" bei erneutem Beschuss

Skeptisch äußerte sich der Chefunterhändler der Hamas bei den Gesprächen, Mussa Abu Marsuk. "Wir haben bisher keine Übereinkunft erzielt und alles, was über ein unmittelbar bevorstehendes Abkommen veröffentlicht wurde, ist unwahr", sagte er. Unterdessen sagte die Hamas zu, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nach Angaben der Vereinten Nationen wieder die Kontrolle über die Grenzübergänge zum Gazastreifen zu überlassen. Abbas soll auch die Aufsicht über den Wiederaufbau in Gaza haben.

Israel hatte mit einer "harten Antwort" gedroht, sollten die militanten Palästinenser im Gazastreifen ihre Raketenangriffe wieder aufnehmen. "Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet", sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag beim Besuch eines Marinestützpunktes in der Hafenstadt Aschdod. "Die Armee ist auf einen sehr entschlossenen Einsatz vorbereitet, sollten sie (die Palästinenser) wieder schießen." Verteidigungsminister Mosche Jaalon sagte, die vor sechs Wochen begonnene Offensive im Gazastreifen sei noch nicht abgeschlossen. Es werde der radikal-islamischen Hamas nicht gelingen, Israel in einen Zermürbungskrieg zu verwickeln.

Bei den indirekten Verhandlungen in Kairo konnten sich die israelischen und palästinensischen Unterhändler bislang nicht auf eine dauerhafte Waffenruhe einigen. Die israelische Nachrichtenseite "ynet" schrieb, Israel bestehe unter anderem auf strengen Einfuhrkontrollen in den Gazastreifen, die eine Wiederbewaffnung der militanten Palästinenserorganisationen verhindern solle. Hamas lehne dies ab und fordere weiter eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens sowie die Einrichtung eines Seehafens.

Ägypten und Norwegen wollen gemeinsam in Kairo eine Konferenz über den Wiederaufbau des Gazastreifens ausrichten. Die Einladungen zu dem Treffen sollten ausgesprochen werden, wenn bei den Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern eine langfristige Waffenruhe erzielt worden sei, teilte das ägyptische Außenministerium mit.

car/dho/AFP/DPA / DPA
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