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Gefangenenaustausch in Nahost Schalit soll in Israel eingetroffen sein


Endlich daheim: Laut Medienberichten soll sich der verschleppte Soldat Gilad Schalit wieder in Israel befinden. Im Gegenzug werden fast 500 palästinensische Häftlinge freigelassen.

Im Nahen Osten läuft der zwischen Israel und den Palästinensern vereinbarte Gefangenenaustausch: Der vor mehr als fünf Jahren verschleppte israelische Soldat Gilad Schalit ist von der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas an ägyptische Behörden übergeben worden. Nach Angaben des israelischen Fernsehens ist Schalit inzwischen in Israel eingetroffen. Er soll sich in einem guten Zustand befinden. "Gilad geht es gut", meldete der Sender am Dienstag unter Berufung auf namentlich nicht genannte israelische Repräsentanten.

Unterdessen fuhren Busse mit palästinensischen Häftlingen über die Grenze von Israel nach Ägypten. Dies bestätigten Augenzeugen am Kerem-Schalom-Übergang. Insgesamt sollen 338 Palästinenser nach Ägypten gebracht worden sein. Insgesamt sollen in einem ersten Schritt 477 von insgesamt 1027 palästinensischen Gefangenen freigelassen werden.

Blockierer wurden verhaftet

Zuvor waren viele palästinensische Gefangene vom israelischen Keziot-Gefängnis in der Negev-Wüste sowie dem Hasharon-Gefängnis im Zentrum des Landes zu dem Grenzübergang, in Richtung Gazastreifen und Richtung Westjordanland gefahren worden. Unbestätigten Berichten zufolge werden die Israelis zunächst 27 Palästinenserinnen auf freien Fuß setzen. Sechs Rechtsextremisten hatten sich vor dem Hasharon-Gefängnis auf die Straße gelegt und versucht, so Gefangenfahrzeuge aufzuhalten. Sie wurden von Aufsehern der Haftanstalt festgenommen. Ägyptischer Konsularbeamte waren in der Nacht in den Gefängnissen eingetroffen, um den Prozess zu überwachen, schrieb "Ynet".

Nach der Übergabe von Schalit in israelischer Obhut, werde Israel 450 männliche Ex-Häftlinge in den Gazastreifen, ins Westjordanland und sechs von ihnen nach Israel entlassen. Zwei Monate später soll eine zweite Gruppe von 550 Palästinensern freikommen. 40 der Freigelassenen sollen über Ägypten und Syrien nach Katar und in die Türkei ausreisen, schrieb "Ynet".

Größter Austausch seit 26 Jahren

Der Vereinbarung über den Austausch war unter Vermittlung Ägyptens und Deutschlands zustande gekommen. Es ist der größte Aktion dieser Art zwischen Israelis und Palästinensern seit 26 Jahren.

Der Austausch begann nur Stunden, nachdem der Oberste Gerichtshof vier Eingaben gegen die Freilassung von Palästinensern in einem Eilverfahren zurückgewiesen hatte. Die Antragsteller waren Hinterbliebene von Opfern palästinensischer Terroranschläge.

be/DPA/Reuters DPA Reuters

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