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Gegner bei Gouverneurswahl in Utah "Wir müssen einander nicht hassen": Demokrat und Republikaner machen gemeinsame Wahlwerbespots

Rivalisierende Kandidaten, die darum wetteifern, Utahs nächster Gouverneur zu werden: Spencer Cox (l.) und Chris Peterson
Rivalisierende Kandidaten, die mit gegenseitigem Respekt darum wetteifern, Utahs nächster Gouverneur zu werden: Spencer Cox (l.) und Chris Peterson
© Rick Bowmer / Trent Nelson / Picture Alliance
Vor den US-Wahlen am 3. November machen zwei Bewerber für das Gouverneursamt in Utah Schlagzeilen: Der Republikaner und der Demokrat treten gemeinsam in Wahlwerbespots auf. Sie wollen ein Zeichen setzen.

Bei den US-Wahlen am 3. November entscheiden die Bürger nicht nur über ihren künftigen Präsidenten, in zahlreichen Bundesstaaten wird auch der Gouverneur oder die Gouverneurin gewählt. So auch in Utah. Für die republikanische Partei von Donald Trump kämpft Vizegouverneur Spencer Cox darum, ganz an die Spitze der Landesregierung des Mormonenstaates zu kommen. Für die Demokraten von Trumps Herausforderer Joe Biden ist der Rechtsprofessor Chris Peterson im Rennen.

Cox und Peterson mahnen: #StandUnited

Doch anders als die Bewerber um das Wohnrecht im Weißen Haus — oder zumindest der eine Bewerber — setzten die Kontrahenten dabei nicht auf persönliche Angriffe und gegenseitige Schmähungen. Im Gegenteil, Cox und Peterson rufen unter dem Hashtag #StandUnited (bleibt vereint) zu mehr Höflichkeit und Respekt im öffentlichen und politischen Diskurs und zu einer friedlichen Machtübergabe nach der Wahl auf. Das Ungewöhnliche: Sie tun dies gemeinsam in extra dafür gedrehten Wahlwerbespots.

"Ich bin Chris Peterson." "Und ich bin Spencer Cox", stellten sich der Demokrat und der Republikaner in einem der Videos, die Anfang der Woche gleichzeitig in den sozialen Medien veröffentlicht wurden, zunächst vor.

"Wir befinden uns derzeit in den letzten Tagen einer Kampagne gegeneinander, um Ihr nächster Gouverneur zu werden", erklärt Peterson.

"Und während ich denke, Sie sollten für mich stimmen ..." [Cox]

"Ja, aber tatsächlich sollten Sie für mich stimmen ..." [Peterson]

"Gibt es einige Dinge, bei denen wir beide einer Meinung sind." [Cox].

Peterson und Cox stehen in dem Clip in coronagerechtem Abstand voneinander vor einem weißen Hintergrund und rufen die gespaltene US-Gesellschaft zu Zusammenhalt und respektvollem Umgang miteinander auf: "Wir können Themen diskutieren, ohne den Charakter des anderen herabzuwürdigen", erklärt Cox und Peterson ergänzt: "Wir können anderer Meinung sein, ohne einander zu hassen."

"Unsere gemeinsamen Werte gehen über unsere politischen Differenzen hinaus, und die Stärke unserer Nation beruht auf unserer Fähigkeit, das zu erkennen", sagt Peterson. Und Cox bestätigt, dass beide Kandidaten sich "gleichermaßen den amerikanischen Werten Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen verpflichtet fühlen".

"Wir haben nur unterschiedliche Meinungen darüber, wie wir diese Ideale erreichen können", erklären die beiden und fügen hinzu, dass sie unabhängig vom Ausgang der Präsidentschaftswahlen die Ergebnisse unterstützen werden.

Obwohl sie gegnerischen Parteien angehörten, seien sie "beide dem amerikanischen Anstand und einem friedlichen Machtwechsel verpflichtet", so Cox weiter.

"Und wir hoffen, dass Utah ein Beispiel für die Nation sein wird", fügt Peterson hinzu.

Die Aktion von Cox und Peterson stieß in den sozialen Medien auf große Begeisterung. Mittlerweile wurden die Videos mehrere Millionen Mal angeklickt. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Cox ist im Rennen um den Gouverneursposten in Utah klarer Favorit. "Würden die Kandidaten diese Art von Werbung auch machen, wenn das Rennen wirklich eng wäre?", fragte sich CNN-Analyst Chris Cillizza. "Das bezweifle ich!"

Quellen: Spencer Cox auf Twitter, Chris Peterson auf Twitter, CNN, "The Hill", KSLN

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