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Generalstreik in Griechenland: Protest gegen neues Sparpaket eskaliert

In Griechenland haben sich während der landesweiten Streiks 200 vermummte Demonstranten Kämpfe mit der Polizei geliefert. Athen hatte sich zuvor auf ein zwölf Milliarden schweres Sparpaket geeinigt.

Am Rande von Protesten in Athen gegen weitere Sparmaßnahmen hat es Zusammenstöße zwischen Polizei und mehreren hundert randalierenden Jugendlichen gegeben. Die Sicherheitskräfte setzten am Mittwoch Tränengas und Blendgranaten ein, um etwa 200 vermummte Demonstranten auseinanderzutreiben, die sich in der Nähe von mehreren Luxushotels am zentralen Syntagma-Platz vor dem Parlament versammelt hatten, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Zuvor hatten die Jugendlichen Brandbomben geworfen, Schaufenster eingeschmissen und Mülleimer angezündet.

Mehr als 34.000 Menschen nahmen nach Polizeiangaben an den Protesten in der Hauptstadt Athen teil, weitere 18.000 gingen in Thessaloniki auf die Straße. Die Demonstrationen begleiteten den dritten Generalstreik in diesem Jahr.

Athen einigt sich auf 12-Milliarden-Sparpaket

Unterdessen arbeitete die griechische Regierung nach der Kritik der internationalen Geldgeber ein neues Sparpaket über knapp zwölf Milliarden Euro aus. Ministerpräsident Antonis Samaras und Finanzminister Yannis Stournaras hätten sich am Vorabend auf die Maßnahmen geeinigt, sagte ein Vertreter der Regierung in Athen. Diese sollten am Donnerstag unter den Parteichefs der Koalition abgestimmt werden. Dann soll der Entwurf für den neuen Sparplan den Vertretern der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) vorgelegt werden, die nächste Woche nach Griechenland zurückehren wollen.

Die Troika hatte Teile des ersten Sparpakets abgelehnt. Von dem Bericht der Experten hängt die Freigabe der nächsten Hilfsgelder über gut 31 Milliarden Euro ab, ohne die Griechenland die Pleite und ein Ausscheiden aus der Euro-Zone droht. Einzelheiten zu den neuen Einschnitten wurden zunächst nicht bekannt. Zu den unpopulären Maßnahmen dürften aber Kürzungen der Gehälter, der Renten und der Sozialleistungen gehören.

lin/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters