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Gewalt in Libyen: Übergangsregierung kämpft ums Überleben

Mehr als 70 Menschen starben in den letzten Tagen in Libyen. Milizen attackierten das Parlamentsgebäude in Tripolis. Jetzt schaltet sich auch das Militär in die Geschäfte der Übergangsregierung ein.

Nach dem jüngsten Gewaltausbruch mit 77 Toten in Libyen kämpft die Übergangsregierung ums Überleben. In einer von der Nachrichtenagentur Lana am Montag verbreiteten Erklärung forderte sie die Milizen im Land auf, Meinungsäußerungen durch den Einsatz von Waffen sofort zu unterlassen.

Wenige Stunden zuvor hatte ein hochrangiger Militärkommandeur bei einer Fernsehansprache die Auflösung von Regierung und Parlament angekündigt. Dazu äußerte sich die Übergangsregierung in ihrer Erklärung aber nicht.

Der Chef der Militärpolizei, Mochtar Fernana, sagte, dass eine neugewählte Kommission eine Verfassung schreiben und vorübergehend die Aufgaben der Legislative übernehmen werde. "Das libysche Volk wird es nicht zulassen, dass sein Land zum Tummelplatz für Terroristen und Extremisten wird", begründete Fernana mit Blick auf die schwache Führung in Tripolis den Schritt.

Angriff auf Parlament in Tripolis

Die Unruhen hatten am Freitag in Bengasi begonnen und am Sonntag auch Libyens Hauptstadt Tripolis erfasst. Dort stürmten Bewaffnete das Parlament. In Bengasi waren zuvor Stützpunkte islamistischer Milizen attackiert worden.

Bei den Angreifern handelt es sich um abtrünnige Soldaten, die von Milizen aus der Stadt Sintan unterstützt werden. Ihr Ziel ist die Vertreibung der islamistischen Milizen aus dem Land, die sich seit dem Sturz des Langzeitpräsidenten Muammar al Gaddafi 2011 dort ausgebreitet haben.

ono/DPA / DPA