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Gewalt und technische Probleme: Sechs Tote bei Präsidentenwahlen auf den Philippinen

Auf den Philippinen sind die landesweiten Wahlen von Gewalt überschattet worden. Mindestens sechs Menschen wurden am Montag bei mehreren Angriffen und Schießereien in dem südostasiatischen Inselstaat getötet.

Auf den Philippinen sind die landesweiten Wahlen von Gewalt überschattet worden. Mindestens sechs Menschen wurden am Montag bei mehreren Angriffen und Schießereien in dem südostasiatischen Inselstaat getötet. In der südlichen Provinz Zamboanga Sibugay wurden vor dem Morgengrauen drei Menschen bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Anhängern eines Bürgermeisterkandidaten erschossen, wie die Armee mitteilte. Den Angaben zufolge wurde vor Öffnung der Wahllokale ebenfalls im Süden des Landes der Cousin des Vizegouverneurs der Provinz North Cotabato getötet. Zwei Zivilisten kamen in der südlichen Region Maguindanao bei einer Schießerei zwischen Polizei und Anhängern rivalisierender Kommunalpolitiker ums Leben.

Zwei Stunden nach Eröffnung der Wahllokale am Montag sind erste Probleme mit den neuen Wahlmaschinen aufgetaucht. Ein Scanner, der die Wahlzettel in Tarlac City rund 75 Kilometer südlich von Manila einlesen sollte, streikte. Mehrere hundert Menschen mussten in der Sommerhitze ausharren. Unter den Wartenden war auch der Favorit für das Präsidentenamt, Benigno "Noynoy" Aquino.

"Wir haben große Sorge, dass dies zu einer Entmündigung der Wähler in großem Stil führen könnte", sagte er Reportern. "Wenn die Menschen jetzt ihre Stimme nicht abgeben können, haben wir ein großes Problem." Die voll automatisierte Wahl war bei vielen Skeptikern auf Kritik gestoßen. Sie fürchteten Chaos durch Stromausfälle und Funklöcher bei der Übermittlung der Daten. Insgesamt sind Wahlmaschinen in mehr als 70 000 Wahllokalen aufgestellt.

Aquino lag bei den letzten Umfragen mehr als 20 Prozentpunkte vor seinen Rivalen. Er ist in seinen gut zehn Jahren in der Politik blass gewesen. Seine Popularität verdankt er seiner Mutter Corazon Aquino. Die frühere Präsidentin starb im vergangenen Jahr.

Insgesamt sind gut 50 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen. Sie besetzen im ganzen Land fast 18 000 Ämter neu.

AFP/DPA / DPA
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