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Treffen im US-Senat "Sie tun nicht genug. Sorry": Greta Thunberg geigt US-Spitzenpolitikern die Meinung

"Du und ich sind ein Team."
"Ja. Das sind wir."
"Kennst du die Ghetto-Faust? Machst du das auch?"
Ein Gespräch unter Gleichgesinnten? Greta Thunberg und Barack Obama treffen sich in Washington.
Die schwedische Klimaaktivistin berichtet dem ehemaligen US-Präsidenten von den vergangenen Demonstrationen in New York und Washington: "Very well. Eveyone is so nice and all of these young people seem so eager, very enthusiastic. Which is a very good thing. I mean no one ist to small to have an impact and change the world, so do everything yout can."
Der ehemalige US-Präsident zeigt sich begeistert von dem Engagement der Aktivistin:   Twitter-Post Obama
Einige User nutzen die Gelegenheit, Obamas Klimapolitik zu kritisieren. Im Zuge der Umstellung auf Erdgas-Produktionen genehmigte er mehrere Flüssiggas-Häfen – der Abfall an fossilen Brennstoffen stieg so stark an. Grundsätzlich gilt Obama allerdings als Befürworter von Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel –  insbesondere im Vergleich mit dem aktuellen US-Präsidenten. Greta Thunberg stellt vor ihrer Washington-Reise klar: Ein Treffen mit Donald Trump hält sie für Zeitverschwendung. Für das Weiße Haus stand eine solche Zusammenkunft allerdings auch nie zur Debatte.
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Greta Thunberg hat sich in Washington mit Mitgliedern des US-Senats getroffen. Und scheute sich nicht davor, ihre Meinung zu vertreten: Von den Spitzenpolitikern wolle sie kein Lob, sondern Klimaschutz. 

Seit nunmehr drei Wochen befindet sich Greta Thunberg in den USA. Mit einer Hochsee-Segelyacht war sie Mitte August in Richtung New York aufgebrochen, um dort die Klimakonferenz zu besuchen. Seitdem nimmt die 16-Jährige verschiedene Termine wahr, um auch in den USA für mehr Klimaschutz zu werben. So auch vor dem US-Senat, der Thunberg und andere Umweltaktivisten zu einem Treffen mit dem Klimaausschuss einlud. Laut einem Bericht des britischen "Guardian" scheute sich die 16-Jährige dabei nicht, den Spitzenpolitikern klar und deutlich zu sagen, was sie von ihrer Arbeit hält.

Greta Thunberg kritisiert die Arbeit des US-Senats

Schon zu Beginn, als einige Abgeordnete begannen von der Arbeit Thunbergs zu schwärmen, grätschte die Schwedin dazwischen. Höflich aber bestimmt erwiderte sie: "Bitte behalten Sie Ihr Lob für sich. Wir wollen es nicht." Anstatt zu loben, sollten die Anwesenden lieber etwas für den Klimaschutz tun. Und auch dafür seien sie die falschen Gäste: "Wenn Sie Ratschläge wollen: Laden Sie Wissenschaftler ein, fragen Sie die nach deren Fachkenntnissen. Wir wollen nicht gehört werden. Wir wollen, dass die Wissenschaft gehört wird."

An den gesamten Kongress gerichtet, fügte Greta Thunberg hinzu: "Ich weiß, dass Sie es versuchen. Aber Sie tun nicht genug. Sorry." Das Publikum quittierte diese Aussage mit Gelächter und Applaus. Demokrat Ed Markey, Senator aus Massachusetts, zeigte sich von ihrer Direktheit überrascht, konnte sich ein Lächeln aber ebenfalls nicht verkneifen. "Wir hören dich. Wir hören, was du sagst und wir wollen unsere Bemühungen verdoppeln", so seine Antwort. Via Twitter kündigte Thunberg im Anschluss an das Treffen an: "Morgen werden wir [sie und andere Klimaaktivisten, Anm. d. Red.] zurückkommen und Reden halten."

Greta Thunberg trifft Barack Obama

Ein entspannteres Treffen fand zwischen Greta Thunberg und Barack Obama statt. Der ehemalige US-Präsident und die Aktivistin sprachen aber nicht nur miteinander, sondern posierten auch für ein gemeinsames Foto, das auf Obamas Instagram-Account veröffentlicht wurde. Auf dem Bild halten die beiden ihre Fäuste aneinander, geben sich ein sogenanntes "Fist Bumping", und bekräftigten damit ihre Verbundenheit - eine Geste, für die Obama schon als Präsident bekannt war.

Auf Instagram und Twitter bezeichnete Obama die Schwedin als eine "der größten Verteidigerinnen unseres Planeten". Im Gegensatz zur Lobhudelei des Senats nahm Greta dieses Kompliment gerne an und retweete den Post mit dem Kommentar: "Es war großartig mit dir zu sprechen!!"

Quelle: "The Guardian", Twitter/Greta Thunberg, Instagram/Barack Obama

Annina Metz

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