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Griechen sollen neue Opfer bringen: Papademos warnt vor Bankrott im März

Der griechische Ministerpräsident sieht sein Land erneut vor dem finanziellen Abgrund: Im März steht der Bankrott ins Haus, warnt Papademos - und ruft zu weiteren Lohnkürzungen auf.

Bei einem Treffen mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden hat der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos vor einem unkontrollierten Staatsbankrott im März gewarnt. Jetzt würde dringend Hilfe aus dem Ausland benötigt: Eine Einigung mit der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und EZB sowie weitere Gelder müssten her.

Dazu bräuchten die Griechen neue Opfer: Die Arbeitnehmer müssten weitere Lohnkürzungen hinnehmen, um die Sparziele zu erfüllen. Andernfalls "laufen wir Gefahr bald nichts mehr zu haben", sagte Papademos. Es gebe "keine Zeit zu verhandeln", Athen müsse "jetzt handeln." Die Warnungen seien kein politischer Trick, um die Arbeitnehmer zu Zugeständnissen für weitere harte Maßnahmen zu bewegen.

Der Chef der Gewerkschaft GSEE, Yannis Panagopoulos, wies diese Forderung jedoch umgehend zurück. Er sprach sich auch gegen die Abschaffung des Mindestlohnes und des Weihnachtsgeldes sowie der in Griechenland noch bestehenden 13. und 14. Monatsgehälter im privaten Sektor aus.

Griechenland ist hoch verschuldet. Die Regierung in Athen hofft auf Finanzhilfen in Höhe von 130 Milliarden Euro, um eine Pleite abzuwenden. Mitte Januar reisen Vertreter der Troika aus IWF, der EZB und der Europäischen Kommission nach Athen, um über weitere Einsparungen im Rahmen des europäischen Rettungspakets zu verhandeln. Zu den Auflagen der Troika gehören neben einer Steuer- und Justizreform auch Rentenkürzungen.

Jeder fünfte Grieche gilt als arm

Jeder fünfte Bürger in Griechenland lebt wegen der dramatischen Finanzkrise unter oder an der Armutsgrenze. Es handelt sich um gut 2,2 Millionen Menschen in dem Elf-Millionen-Einwohner Staat. Dies teilte das statistische Amt in Athen mit. Die Armutsgrenze wird in Griechenland auf etwa 15.000 Euro Einkommen jährlich für eine Familie mit vier Mitgliedern berechnet. Mehr als ein Viertel der Betroffenen hat sogar Schwierigkeiten, sich richtig zu ernähren, heißt es in dem Bericht.

fw/Reuters/DPA / DPA / Reuters