Großbritannien Blair verteidigt sich vor Kelly-Ausschuss


Der britische Premierminister Tony Blair hat vor der Untersuchungskommission im Fall "Kelly" seinen Irak- und Informationskurs vehement verteidigt.

Blair verteidigte seinen Irak-Kurs vor der Untersuchungskommission: Das umstrittene Dossier seiner Regierung über irakische Massenvernichtungswaffen sei entgegen der BBC-Darstellung in keiner Weise aufgebauscht worden, sagte Blair am Donnerstag im Royal Courts of Justice. Der Regierungschef sollte auch zu seiner Rolle bei der Nennung des Waffenexperten David Kelly als Quelle für den BBC-Bericht befragt werden. Blair hat eine Verantwortung dafür wiederholt zurückgewiesen.

Bericht beruht auf Geheimdienstinformationen

Der Regierungsbericht, der vor einem möglichen Einsatz irakischer Massenvernichtungswaffen binnen 45 Minuten warnte, habe auf Geheimdiensterkenntnissen beruht, betonte Blair. Diese Angabe wäre nicht als Beweis vorgelegt worden, wenn sie nicht "von einer objektiven Quelle" gestammt hätte. Kritiker haben Blair vorgeworfen, seinen Kriegskurs mit aufgebauschten Warnungen rechtfertigt und damit Parlament und Öffentlichkeit in die Irre geführt zu haben.

Auch Verteidigungsminister wies Mitschuld ab

Dutzende Kriegsgegner empfingen Blair am Donnerstag mit Buh-Rufen vor dem Gerichtsgebäude in der Londoner Innenstadt. Bereits am Mittwoch hatte Verteidigungsminister Geoff Hoon vor der Untersuchungskommission ausgesagt. Auch er hatte Vorwürfe zurückgewiesen, dass die Regierung eine Mitschuld am Selbstmord Kellys trage. Der Irak-Experte war am 10. Juli vom Verteidigungsministerium als Hauptquelle für die BBC-Sendung genannt worden, in der der Vorwurf der Manipulation von Geheimdienstberichten erhoben wurde. Am 18. Juli wurde der 59-Jährige mit aufgeschnittenen Adern tot aufgefunden.


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