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Guantànamo: Terrorverdächtigen droht Hinrichtung

Gegen sechs Gefangene des US-Lagers in Guantànamo ist die Todestrafe beantragt worden. Zu den Männern, allesamt sollen sie an den Terroranschlägen des 11. September beteiligt gewesen sein, gehört angeblich auch der Chefplaner von al Kaida.

Die US-Militärstaatsanwaltschaft will in den anstehenden Prozessen gegen sechs mutmaßliche Top-Terroristen im Gefangenenlager Guantànamo Bay die Todesstrafe beantragen. Entsprechende Anklagepapiere sollten nach Medienberichten dem zuständigen Richter zugeleitet werden. Allen Sechs wird unter anderem vorgeworfen, maßgeblich an den Terroranschlägen vom 11. September 2001 beteiligt gewesen zu sein. Den übereinstimmenden Berichten zufolge gehört zu der Gruppe der Ex- Chefplaner des Terrornetzes El Kaida, Chalid Scheich Mohammed.

Der gebürtige Pakistaner soll der Drahtzieher der verheerenden Flugzeuganschläge in den USA gewesen sein, bei denen 3000 Menschen getötet wurden. Der US-Regierung zufolge hat er in einer Anhörung in Guantànamo Bay auch zugegeben, den Anschlag auf das World Trade Center 1993 in New York vorbereitet zu haben. Außerdem steckte er nach den US-Angaben laut eigenen Aussagen hinter den Plänen von "Schuhbomber" Richard Reid, eine Passagiermaschine während eines Transatlantikfluges zu sprengen. Diese Pläne waren vereitelt worden.

Verhöre mit simuliertem Ertrinken

Wie CIA-Chef Michael Hayden erst vor kurzem bestätigte, gehört Mohammed zu drei Terrorverdächtigen, bei denen während geheimdienstlicher Verhöre die Methode des simulierten Ertränkens angewendet wurde. Dieses "Waterboarding" wird im westlichen Ausland als Folter angesehen. Vor diesem Hintergrund äußerten US-Zeitungen die Erwartung, dass die Todesstrafen-Prozesse weltweit neue Kontroversen über die amerikanische Behandlung von Terrorverdächtigen auslösen werden.

Die Verfahren wegen Kriegsverbrechen finden zudem vor eigens zu diesem Zweck geschaffenen Sondergerichten, den Militärkommissionen, statt. Angeklagte haben in diesen Prozessen deutlich weniger Rechte als in normalen Militär- oder Zivilverfahren. Auch die Kommissionen sind international auf Kritik gestoßen. Viele westliche Verbündete der USA halten ihre Standards für rechtlich äußerst fragwürdig.

Neben Mohammed droht weiteren fünf Guantànamo-Häftlingen die Todesstrafe: Mohammed al-Kahtani, Ramzi Binalshibh, Ali Abdel Asis Ali, Mustafa Ahmed al Hausaui und Walid bin Attasch.

DPA / DPA