Hamas-Fatah-Konflikt Briten trauen dem Frieden nicht


In Mekka haben die beiden rivalisierenden Palästinensergruppen Fatah und Hamas ihren Streit beigelegt. Die Reaktionen darauf fallen unterschiedlich aus. Die UN begrüßt die Einigung, Großbritannien nennt sie "interessant".

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Einigung der rivalisierenden Palästinensergruppen auf eine gemeinsame Regierung begrüßt. Das Abkommen zwischen der moderaten Fatah und der radikalen Hamas sei ein Schritt nach vorne, sagte UN-Sprecherin Michele Montas in New York. "Der UN-Generalsekretär hofft, dass der Vertrag die Gewalt eindämmen und der palästinensischen Bevölkerung eine bessere Zukunft bringen wird."

London prüft die Vorschläge nun

Dagegen reagierten die USA und Großbritannien zurückhaltend. Die britische Außenministerin Margaret Beckett bezeichnete die Einigung als "interessant". Die Regierung in London werde die Vorschläge nun genau prüfen und mit ihren europäischen sowie anderen Partnern besprechen. Über eine Lockerung der seit dem Sieg der Hamas verhängten, finanziellen Sanktionen gegen die Palästinenser äußerte sich Beckett nicht.

Die israelische Regierung erklärte nach der Einigung der Palästinenser, man erwarte von der neuen Regierung, dass sie den Staat Israel anerkenne, der Gewalt abschwöre und alle bisher geschlossenen Friedensabkommen einhalte. Nach der Einigung zwischen Fatah und Hamas ist dies jedoch weiterhin fraglich.

Nach Angaben der Fatah wird in der jüngsten Regierungsvereinbarung eine Anerkennung Israels über die bestehenden Verträge hinaus nicht erwähnt. Der gemäßigte Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas Abbas forderte die neue Regierung aber auf, internationales Recht und die früheren Vereinbarungen der PLO zu respektieren.

Nach monatelanger innerpalästinensischer Gewalt hatten sich die rivalisierenden Gruppen Hamas und Fatah zuvor auf eine gemeinsame Regierung geeinigt. Das entsprechende Abkommen wurde im saudiarabischen Mekka unterzeichnet, wo die Parteien seit zwei Tagen um eine Lösung der Krise gerungen hatten. Abbas von der Fatah beauftragte den bisherigen Hamas-Ministerpräsidenten Ismail Hanija mit der Regierungsbildung.

Freudentänze auf der Straße

Die Einigung haben die Menschen im Gazastreifen mit Feuerwerk und Hupkonzerten gefeiert. Viele tanzten vor Freude auf den Straßen. Der 24 Jahre alte Majsra Balawi sagte, die Menschen könnten es noch nicht recht fassen. "Heute ist ein Fest." Es sei die erste Freudenkundgebung, die er je im Gazastreifen gesehen habe.

Reuters Reuters

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