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Hitzewelle in Großbritannien: "Mehrere hundert" Todesfälle mehr als üblich

Großbritannien schwitzt und fürchtet eine neue Hitzewelle wie im August 2003. Zwischen 2000 und 3000 Menschen waren damals an den Folgen der heißen Temperaturen gestorben.

Großbritannien, das unter der hochsommerlichen Hitze genauso ächzt wie derzeit die Deutschen, hat einen Anstieg von Todesfällen verzeichnet. Wie die britische Gesundheitsbehörde am Samstag mitteilte, gab es bereits in den vergangenen zwei Wochen "mehrere hundert" Todesfälle mehr als üblich. Auch wenn diese Daten nur vorläufig seien, vermuteten die Experten, dass die Hitze zumindest teilweise für diesen Anstieg verantwortlich sei, sagte ein Sprecher.

Die ersten sechs Monate des Jahres waren in Großbritannien die trockensten seit 1953. Am Freitag wurde mit 31,7 Grad Celsius in Gravesend im Südosten des Landes die bislang höchste Temperatur des Jahres gemessen. Der Gesundheitsbehörde zufolge sind die Hitze am Tag und vor allem die während der Nacht herrschenden Temperaturen von mehr als 20 Grad Celsius für Kleinkinder und ältere Menschen ein Risiko.

Die Hitzewelle hatte am Wochenende auch weite Teile Spaniens fest im Griff. Im Süden herrschten am Samstag teils 39 Grad Celsius. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden starb ein etwa 80-jähriger Mann in Cáceres im Osten des Landes an einem Hitzeschlag. Bereits am Mittwoch waren eine 55-jährige Frau und ein junger Mann an den Folgen der Temperaturen gestorben. Das Gesundheitsministerium konnte zunächst jedoch keine landesweiten Angaben machen.

Der französische Wetterdienst hob am Sonntagmorgen unterdessen Hitzewarnungen für mehrere Départements auf. Die Temperaturen hätten um 05.00 Uhr zwischen 18 und 21 Grad gelegen, daher seien Warnungen nicht mehr gerechtfertigt, erklärte der Wetterdienst.

Im August 2003 hatte eine Hitzewelle europaweit vielen Menschen das Leben gekostet. In Frankreich starben 15.000 Menschen, weil die Behörden zu spät reagierten und viele Altenpflegeheime wegen der Ferien personell unterbesetzt waren. In Großbritannien gab es damals etwa 2000 bis 3000 zusätzliche Todesfälle.

In Belgien befürchteten einige Gemeinden infolge von Hitze und anhaltender Trockenheit Engpässe bei der Wasserversorgung. Wenn es nicht bis spätestens Ende kommender Woche regne, werde es etwa für die deutschsprachige Gemeinde Bullange im Osten des Landes kritisch, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Samstag.

AFP / AFP