VG-Wort Pixel

Hungerstreik in Guantanamo Obama fordert Kongress zum Handeln auf


Schon seit Februar befinden sich rund 100 Guantanamo-Häftlinge im Hungerstreik. Nun versprach US-Präsident Barack Obama weitere Bemühungen zur Schließung des umstrittenen Gefangenenlagers.

US-Präsident Barack Obama will sich weiter für die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba einsetzen. Das Weiße Haus untersuche alle Möglichkeiten, um dieses Ziel gegen den Widerstand des Kongresses zu erreichen, sagte Obama am Dienstag während einer Pressekonferenz in Washington.

Angesprochen auf den laufenden Hungerstreik von rund 100 Insassen versicherte der Präsident, es werde alles dafür getan, dass die Terrorverdächtigen am Leben blieben. "Ich möchte nicht, dass diese Personen sterben", sagte Obama. Seit Anfang Februar protestieren Guantanamo-Insassen mit einem Hungerstreik gegen die Haftbedingungen und die unbegrenzte Inhaftierung ohne Aussicht auf einen Prozess. Nach Militärangaben verweigern derzeit hundert der 166 Häftlinge die Nahrungsaufnahme. Mehr als 20 Gefangene werden demnach künstlich ernährt. Die Anwälte der Guantanamo-Insassen sprechen bereits seit Beginn des Protestes von rund 130 Hungerstreikenden. US-Militärsprecher Samuel House sagte am Montag, dass am Wochenende rund 40 zusätzliche medizinische Kräfte nach Guantanamo verlegt worden seien, um die Hungerstreikenden zu versorgen.

Die Frage nach dem Zweck

Obama war nach eigenen Worten nicht überrascht, dass es Probleme auf Guantanamo gibt. Es müsse darüber nachgedacht werden, welchen Zweck die Einrichtung überhaupt habe. "Alle von uns sollten überlegen, warum wir das genau machen", sagte Obama. Die Gefangenen zeitlich unbegrenzt ohne Prozess festzuhalten sei "entgegengesetzt zu unseren Interessen, und es muss aufhören".

"Guantanamo ist nicht notwendig, damit Amerika sicher bleibt. Es ist teuer. Es ist ineffizient", sagte Obama. Guantanamo schade dem internationalen Ansehen der USA. "Es ist auch ein Mittel zur Rekrutierung von Extremisten. Es muss geschlossen werden", sagte der Präsident.

Obama hatte nach seinem Amtsantritt Anfang 2009 versprochen, Guantanamo binnen eines Jahres zu schließen. Doch der Kongress verweigerte bislang die finanziellen Mittel und blockierte die Verlegung von Guantanamo-Häftlingen in Gefängnisse in den USA. Obamas Vorgänger George W. Bush hatte das Lager nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingerichtet, als Washington weltweit Jagd auf Anhänger des Terrornetzwerks al Kaida machte.

kgi/DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker