IAEA Iran übergibt Atom-Dokumente


Im Streit um sein Atomprogramm will Iran heute alle von der Internationalen Atomenergie- Organisation (IAEO) in Wien geforderten Dokumente übergeben.

Im Streit um sein Atomprogramm will Iran am heutigen Mittwoch alle von der Internationalen Atomenergie- Organisation (IAEO) in Wien geforderten Dokumente übergeben. "Wir werden die verlangten Dokumente am Mittwoch IAEO-Chef Mohammed El Baradei übergeben", kündige der iranische IAEO-Vertreter Ali Akbar Salehi im staatlichen iranischen Fernsehen an. Die Dokumente umfassten alle iranischen Atomaktivitäten der letzten 30 Jahre, sogar kleinere, von Studenten gemachte Tests.

Nach Verhandlungen mit den Außenministern von Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatte sich Iran am Dienstag bereit erklärt, die Anreicherung von Uran vorerst einzustellen, mit der IAEO zusammenzuarbeiten und das Zusatzprotokoll über unangemeldete Inspektionen zum Atomsperrvertrag zu unterzeichnen. Im Gegenzug will Europa Iran bei der Nutzung der friedlichen Kernenergie helfen.

IAEA gibt sich skeptisch

Der Streit mit dem Iran über dessen Atomprogramm ist nach Ansicht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA mit dem Einlenken der iranischen Führung noch nicht beigelegt.

Zunächst gebe es nur diese mündliche Ankündigung, sagte IAEA-Sprecherin Melissa Fleming im Deutschlandfunk. Die IAEA warte noch auf eine schriftliche Erklärung dazu. Priorität habe für die IAEA zudem, die Vergangenheit des iranischen Atomprogramms aufzuklären. Dafür gebe es eine Frist bis zum 31. Oktober.

Bis Monatsende müsse die IAEA Antworten auf die Fragen bekommen, "wie sie (Iran) dazu gekommen sind, Uran anzureichern" und "warum haben wir Spuren von hoch angereichertem Uran gefunden", sagte Fleming. Dies müsse geklärt werden, "bevor wir sagen können, Iran hat ein friedliches Atomprogramm".

Protokoll soll nicht "die Souveränität des Landes verletzen"

Mit der Unterzeichnung des Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag bekommen die Inspekteure der IAEO uneingeschränkten Zugang zu allen Atomanlagen des Landes. Das Zusatzprotokoll diene nicht dazu, die Souveränität Irans zu verletzen, betonten die drei Außenminister. Die IAEO hatte Teheran ein Ultimatum bis Ende Oktober zur Offenlegung seines Atomprogramms gestellt und gedroht, widrigenfalls den UN-Sicherheitsrat anzurufen, der Sanktionen gegen Iran verhängen könnte.

"Beitrag zum Weltfrieden"

Der iranische Staatspräsident Mohammad Chatami nannte die Vereinbarung einen "Beitrag zum Weltfrieden". Es zeige Irans "ernsthaften Willen, alle weltweiten Sorgen zu zerstreuen". Die IAEO in Wien erklärte: "Dies ist ein ermutigendes Zeichen zur Klärung aller Aspekte des zurückliegenden iranischen Atomprogramms und zur Regelung der Überprüfung seiner zukünftigen Aktivitäten."

Bundesaußenminister Joschka Fischer sprach von einem wichtigen Tag, an dem eine Einigung über eine der "sensibelsten Fragen, nämlich die Nichtweiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen", erzielt worden sei. Die Verhandlungen seien "sehr offen, aber auch schwierig" gewesen. "Aber es musste Klarheit geschaffen werden", sagte Fischer. Die Übereinkunft sei ein ernsthafter Fortschritt, um den Atomstreit zwischen Iran und der internationalen Gemeinschaft zu lösen. Sie biete zudem große Möglichkeiten zur Stabilisierung der gesamten Region.

DPA

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