Irak Prozess gegen Saddams Führungsriege soll beginnen


Die ranghohen Mitgliedern des Saddam-Regimes sollen in Kürze vor Gericht gestellt werden. Der Prozess gegen Saddam Hussein verzögert sich dagegen weiter.

Die in US-Armeegefängnissen einsitzenden Führungsmitglieder des gestürzten Saddam-Regimes sollen nach Informationen der arabischen Zeitung "Al-Hayat" schon bald vor Gericht gestellt werden. Ein Angehöriger des Sondergerichts für die hohen Funktionäre des alten Regimes sagte, den einstigen Verantwortlichen sei mitgeteilt worden, dass ihre Prozesse demnächst beginnen. Auch seien sie über die Hauptanklagepunkte informiert worden.

Bei einem Gefängnisbesuch habe der Staatsanwalt des Gerichts festgestellt, dass sich der Gesundheitszustand von Ali Hassan al-Madschid, der wegen der Giftgas-Angriffe auf die Kurden "Chemie-Ali" genannt wird, verschlechtert habe. Ex-Vizepräsident Taha Jassin Ramadan, Ex-Außenminister Tarik Asis und andere hätten sich für die Freilassung der beiden Wissenschaftlerinnen Hoda Amasch und Rehab Taha eingesetzt, die von den Amerikanern wegen ihrer Beteiligung am staatlichen Rüstungsprogramm festgehalten werden.

Einer der Anwälte, die irakische Ex-Führungspersonen verteidigen, sagte der Zeitung, zehn Häftlinge auf der früheren US-Liste der 55 meistgesuchten Iraker sollten demnächst freigelassen werden, darunter auch Rehab Taha, Ex-Ölminister Amer Raschid und der ehemalige Kulturminister Hamed Hamadi.

Saddam-Prozess verzögert sich

Vize-Parlamentspräsident Hussein al-Schahristani beklagte sich unterdessen über die Verzögerung des Prozesses gegen Ex-Diktator Saddam Hussein. "Wir sind erstaunt und verurteilen diese Verzögerung des Saddam-Prozesses", sagte er am Freitag im Fernsehsender Al-Irakija. Die Vorgängerregierung hatte im vergangen Jahr mehrfach angekündigt, dass der Prozess bald beginnen solle.

Der schiitische Atomwissenschaftler sagte, die Beweise für die Verbrechen des Regimes seien überall im Irak zu finden, "die Massengräber und die Tausenden von politischen Gefangenen, die gefoltert wurden". Gleichzeitig warnte er die neue Regierung unter Ibrahim al-Dschafari vor jeglicher Einmischung in das Verfahren gegen den Ex-Präsidenten. Mehrere Vertreter der neuen Regierung hatten nach ihrem Amtsantritt erklärt, eine ihrer wichtigsten Aufgaben sei es nun dafür zu sorgen, dass der Prozess stattfinde.

DPA DPA

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