Irak US-Militär bombardiert erneut Falludscha


Das US-Militär hat erneut den Randbezirk Golan in der Sunniten-Hochburg Falludscha bombardiert. F-16-Kampfflugzeuge beschossen am Nachmittag zwei Mal das Viertel, in dem sich viele Aufständische verschanzt halten.

Das US-Militär hat erneut den Randbezirk Golan in der Sunniten-Hochburg Falludscha bombardiert. F-16-Kampfflugzeuge beschossen am Nachmittag zwei Mal das Viertel, in dem sich viele Aufständische verschanzt halten. Anschließend sei Gewehrfeuer zu hören gewesen, amerikanische Panzer hätten zudem auf das Viertel gefeuert. Ruhe nach heftigen Kämpfen in Falludscha.

Kampfpause am Vormittag

Die irakische Stadt Falludscha ist in der Nacht zum Mittwoch wieder Schauplatz heftiger Gefechte zwischen US-Streitkräften und Aufständischen gewesen. Die USA setzten dabei Kampfflugzeuge und Artillerie gegen die Rebellen ein, die sich im Stadtviertel Dscholan verschanzten. Die immer wieder in Irak aufflammenden Kämpfe beeinträchtigen zwar die von den USA für den 30. Juni geplante Übergabe der zivilen Verwaltung an die Iraker, der UN-Sondergesandte Lakhdar Brahimi zeigte sich aber zuversichtlich, dass ein Machtwechsel möglich ist.

Heftige Gefechte in der Nacht

In Falludscha kehrte am Morgen wieder Ruhe ein. Mindestens acht Häuser wurden zerstört. Einige Familien flohen aus der Stadt. In der Nacht lag ein orangener Feuerschein über dem Gebiet, es waren schwere Explosionen zu hören. Die Kämpfe schienen weit heftiger als in der Nacht zuvor. Krankenhäuser meldeten, es seien zwei Verletzte eingeliefert worden. Dies sagt aber nicht viel aus, da die Aufständische verwundete Kämpfer oft nicht in Krankenhäuser bringen, aus Furcht, sie könnten dort festgenommen werden. Bei den Gefechten tags zuvor waren acht Iraker und ein US-Soldat getötet worden.

Erste Patrouillen der Polizei

Am Dienstag lief eine verlängerte Waffenruhe ab; von Donnerstag an sollen US-Marineinfanteristen zusammen mit irakischen Polizisten in Falludscha auf Streife gehen. Erste irakische Polizisten patrouillierten am Mittwochmorgen mit leichten Waffen auf den Hauptstraßen von Falludscha.

An anderen Orten in Irak hielten die Kämpfe an. Ein ukrainischer Soldat wurde bei einem Angriff getötet. Auch polnische Soldaten gerieten am Mittwoch wieder unter Beschuss.

Ziel: Machtübergabe Ende Juni und Wahlen im Januar 2005

Der UN-Sondergesandte Brahimi forderte vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, bis Ende Mai die Mitglieder der Übergangsregierung zu benennen, damit sich diese auf die Übernahme der Macht vorbereiten könne. Die Machtübergabe Ende Juni und Wahlen im Januar 2005 seien machbar, auch wenn es hier noch zahlreiche Hindernisse gebe, erklärte Brahimi. Seinen Vorschlägen zufolge sollte die Regierung aus einem Staats- und Ministerpräsidenten sowie zwei Vizepräsidenten bestehen.

„Je schneller eine glaubwürdige irakische Regierung im Amt ist, desto besser“, sagte Brahimi. „Denn genau das Fehlen einer souveränen Regierung ist eines der größten Probleme.“ Brahimi erläuterte auch seinen Vorschlag, im Juli eine irakische Nationalkonferenz einzuberufen, „um einen echten nationalen Dialog über die Herausforderungen des Landes“ herbeizuführen. Brahimi sprach sich dafür aus, die Konferenz von einem irakischen Komitee vorbereiten und organisieren zu lassen und nicht wie in Afghanistan von den Vereinten Nationen.

Begrenzte Befugnisse der Übergangsregierung

Der amerikanische UN-Botschafter und designierte Botschafter in Irak, John Negroponte, räumte am Dienstag ein, dass die Befugnisse der Übergangsregierung nur begrenzt sein würden, Gesetze werde sie wahrscheinlich nicht in Kraft setzen können. Die USA würden auch die Sicherheitskräfte weiter kontrollieren.

Spanien hat inzwischen alle Friedenstruppen aus Irak abgezogen. Die letzten 248 Soldaten trafen am Mittwoch in Madrid ein, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Jetzt sind noch 700 bis 800 spanische Soldaten in Irak, die vor allem mit der Logistik beschäftigt sind. Bis zum 27. Mai sollten auch die letzten Spanier Irak verlassen haben, kündigte Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero an.


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