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Kampf gegen IS: Zwölf Luftangriffe gegen Dschihadistenmiliz

Die Offensive der IS in Kobane wurde offenbar vorerst abgewendet, neue Luftangriffe geflogen. Laut Erdogan wollen 1300 syrische Rebellen den Kurden in Kobane zu Hilfe kommen. Die Ereignisse des Tages.

Kurden trauern auf einem Friedhof um kurdische Kämpfer, die bei den Kämpfen gegen IS starben

Kurden trauern auf einem Friedhof um kurdische Kämpfer, die bei den Kämpfen gegen IS starben

+++ 21.42 Uhr: US-geführte Allianz fliegt zwölf Luftangriffe +++

Kampfflugzeuge der USA und verbündeter Staaten sind im Irak und in Syrien seit Donnerstagabend zwölf Einsätze geflogen. Das teilte das für die Region zuständige Zentralkommando (Centcom) der US-Armee mit Sitz in Tampa im Bundesstaat Florida mit. Im Norden Syriens wurden demnach mutmaßliche Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) rund um die Kurdenstadt Kobane an der Grenze zur Türkei angegriffen. Im Irak wurden den Angaben zufolge bei drei Luftangriffen in der Nähe des strategisch wichtigen Staudamms bei Mossul im Norden des Landes Fahrzeuge und Mörser der IS-Miliz zerstört. Sechs weitere Angriffe nahe Baidschi und der größten Erdölraffinerie des Landes galten unter anderem einem Ausbildungslager der Dschihadisten. Weitere Einsätze gab es demnach nahe Falludscha in der Unruheprovinz Anbar.

+++ 14.27 Uhr: Deutschland will Bundestag bei Irak-Ausbildermission einbeziehen +++

Die deutsche Regierung will den Bundestag bei einer möglichen Entsendung von Bundeswehr-Ausbildern in den Nordirak einbeziehen und prüft eine deutsche Beteiligung an einem möglichen Ausbildungszentrum für kurdische Soldaten im Kampf gegen die IS. Die CSU verlangt für eine solche Mission von Bundeswehr-Ausbildern ein Mandat des Bundestags.

Es sei das absolute Interesse, "dass die Entscheidung, die wir treffen, vom Parlament Zustimmung erfährt", sagt eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Über eine als nächsten Schritt anstehende Erkundungsmission solle der Bundestag unterrichtet werden. Die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Witz verweist darauf, dass sich erst nach dieser Analyse die Frage eines Bundestagsmandats stelle.

+++ 13.39 Uhr: Iran will im Kampf gegen IS politische Differenzen beiseitelassen +++

Der Iran will im Kampf gegen die Terrormiliz IS politische Differenzen mit andern Ländern beiseitelassen. "Der Ernst der derzeitigen Lage sollte in der Zwischenzeit allen Protagonisten in der Region bewusst sein", sagt Vizeaußenminister Amir Abdullahian der Nachrichtenagentur Fars. Für einen effektiveren Kampf gegen den IS würde der Iran daher auch eine Zusammenarbeit mit Ländern wie Ägypten, der Türkei und Saudi-Arabien begrüßen, betont Abdullahian. 

+++ 12.45 Uhr: Syrische Rebellen wollen Kurden laut Erdogan in Kobane unterstützen +++

1300 Kämpfer der gemäßigten Rebellengruppe Freie Syrische Armee (FSA) sind nach Angaben der Türkei bereit, den Verteidigern der umkämpften syrischen Kurdenstadt Kobane zu Hilfe zu kommen. Die Kurdenkämpfer in Kobane hätten der Unterstützung durch die FSA-Rebellen bereits zugestimmt, sagt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Besuch in der estnischen Hauptstadt Tallinn.

Das US-geführte Bündnis gegen den IS wurde aufgefordert, den Rebellengruppen, die sich auf dem Weg nach Kobane machen, Hilfe zu leisten. Das Bündnis fliegt derzeit Luftangriffe im Irak und in Syrien. Zuvor hatte bereits die kurdische Autonomieregierung im Nordirak beschlossen, Peschmerga-Soldaten nach Kobane zu schicken. Die sind bislang jedoch noch nicht eingetroffen.

+++ 8.20 Uhr: Bereits 630 Angriffe auf Dschihadisten im Irak und in Syrien +++

Im Kampf gegen die IS im Irak und in Syrien haben Kampfflugzeuge der USA und verbündeter Staaten bislang 632 Angriffe geflogen. Dabei seien mehr als 1700 Bomben und Raketen eingesetzt worden, wie das US-Zentralkommando mitteilt. Insgesamt seien die Flugzeuge 6600 Mal gestartet, wobei ein Großteil der Einsätze Aufklärungs- und Betankungsflüge waren. Zwar beteiligen sich mehrere europäische und arabische Staaten an dem Einsatz, doch wurden nur 79 der 632 Angriffe bisher nicht von US-Kampfflugzeugen geflogen.

+++ 7.22 Uhr: Irakische Armee nicht bereit zu Gegenoffensive +++

Die irakische Armee ist nach Einschätzung des US-Militärs noch längst nicht bereit für eine Gegenoffensive gegen die IS. Die Sicherheitskräfte im Irak seien bisher lediglich zu kleineren Angriffen auf die Dschihadisten in der Lage, sagt ein US-Militärvertreter.

+++ 5.19 Uhr: Steinmeier spricht wegen möglichem Giftgas-Einsatz mit Ban +++

Die Berichte über einen angeblichen Einsatz von Chemiewaffen durch die IS alarmieren Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Der SPD-Politiker regt nach Angaben aus Regierungskreisen in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an, dass sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit dem Thema befasst. Ban habe zugesagt, das Thema "aufzunehmen".

Für den Einsatz von Giftgas durch den IS gibt es bislang keine Bestätigung. Augenzeugen in der von der Terrormiliz belagerten syrischen Stadt Kobane im Grenzgebiet zur Türkei hatten jedoch angegeben, dass zahlreiche Einwohner unter Atemnot litten und Symptome eines Giftgasanschlags zeigten.

Der "Washington Post" liegen nun Informationen darüber vor, dass die Extremisten im Irak Chemiewaffen einsetzten. Wie die US-Zeitung online schrieb, wurden im September elf Polizisten in ein Krankenhaus 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad gebracht. Sie hätten nach eigenen Angaben nach einem Angriff von IS-Kämpfern über Übelkeit, Erbrechen und Atembeschwerden geklagt. Die Diagnose in der Klinik habe eine Vergiftung durch Chlorgas ergeben. Ein Vertreter des irakischen Verteidigungsministeriums bestätigte der Zeitung demnach den Vorfall.

+++ 0.1 Uhr: Offensive der Dschihadisten in Kobane vorerst gestoppt +++

Die Einnahme der nordsyrischen Kurdenstadt Kobane durch Kämpfer der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) ist nach Einschätzung der US-Armee offenbar vorerst abgewendet worden. Die Offensive der Extremisten sei ins Stocken geraten, sagt ein Vertreter der US-Zentralkommandos. Die kurdischen Kämpfer seien mit Unterstützung der US-geführten Militärallianz in der Lage, die Stadt weiter zu verteidigen. Der Frontverlauf in Kobane habe sich seit mehr als einer Woche nicht verändert.

jen/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters