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USA bestätigen Abschuss durch IS nicht: Ursache für Absturz von jordanischem Kampfjet unklar

Die Terrormiliz IS soll mit einer Rakete einen jordanischen Kampfjet abgeschossen haben, der Pilot befindet sich in der Gewalt der Dschihadisten. Die USA bestätigen den Abschuss jedoch nicht.

Die USA haben Berichte nicht bestätigt, wonach die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ein jordanisches Kampfflugzeug der internationalen Anti-IS-Koalition abgeschossen haben soll. Derzeit liefen die Untersuchungen zur Absturzursache, sagte ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP in Washington. "Es ist nicht klar, ob das Flugzeug ein mechanisches Problem hatte oder von feindlichem Feuer getroffen wurde." Zweifellos sei aber der jordanische Pilot gefangen genommen worden.

Auch die Nachrichtenagentur Reuters meldet widersprüchliche Äußerungen über die Ursache des Absturzes. Regierungssprecher Mohammed al-Momani sagte zunächst, das Kampfflugzeug sei vom Boden aus mit einer Rakete abgeschossen worden. Später sagte er gegenüber Reuters, neuere Bewertungen zeigten, dass ein Abschuss nicht sicher sei. "Wir haben anfangs gedacht, das Flugzeug könnte abgeschossen worden sein, das können wir jetzt aber nicht bestätigen."

Auch jordanische Militärkreise und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatten zuvor berichtet, dass eine jordanische Maschine bei der ostsyrischen Stadt Raka abgeschossen und ein Pilot vom IS als Geisel genommen worden sei. "Während eines Einsatzes mehrerer Maschinen der jordanischen Luftwaffe am Mittwochmorgen gegen Stellungen der Terrororganisation IS in der syrischen Region Raka ist eine unserer Maschinen abgestürzt und der Pilot von der Terrororganisation IS als Geisel genommen worden", zitierte Petra eine Quelle aus dem jordanischen Generalstab.

Pilot ist Geisel der Dschihadisten

Raka ist die Stadt, die vom IS in Syrien zu seiner Hauptstadt erklärt wurde. Der IS erklärte, das Kampfflugzeug mit einer Abwehrrakete mit Hitzesuchsensoren abgeschossen zu haben. Die Miliz in Raka veröffentlichte auf dschihadistischen Websites Fotos, die einen jordanischen Piloten zeigen sollen.

Mehrere der Aufnahmen zeigen den Piloten nur in einem weißen T-Shirt statt Uniform, der von vier Männern aus einem Gewässer geholt wird. Auf anderen ist er an Land zu sehen, umstellt von rund einem dutzend Bewaffneten. Ein Foto wiederum zeigt den angeblichen Armeeausweis der Geisel: Demnach handelt es sich um den 1988 geborenen Maas al-Kassasbeh.

Die US-Regierung hatte im September mit Unterstützung verbündeter arabischer Staaten Luftangriffe auf Stellungen und Fahrzeuge der IS-Miliz im Norden und Osten Syriens begonnen, um einen weiteren Vormarsch der Dschihadisten zu verhindern. Auch im Irak fliegen die USA sowie verbündete westliche Staaten seit dem Sommer Angriffe auf die Dschihadisten. Der IS betrachtet die arabischen Unterstützerstaaten der Militärkampagne als Verräter und Vasallen der USA.

jen/AFP/Reuters / Reuters