VG-Wort Pixel

Parlamentswahlen "Ich hoffe auf gute Dinge": Viele Italiener wollen Veränderung – und nehmen dafür Rechtsruck in Kauf

Sehen Sie im Video: Italien vor dem Rechtsruck – Abstimmungen in vollem Gange.


In Italien hat die vorgezogene Parlamentswahl begonnen. Knapp 47 Millionen Italiener sind aufgerufen zu entscheiden, welchen Kurs die drittgrößte Volkswirtschaft der EU künftig einschlagen wird. Als Favorit gilt ein Rechtsbündnis unter der der Spitzenkandidatin Giorgia Meloni. Die Chefin der postfaschistischen Partei Fratelli d'Italia hat sich mit der Forza Italia von Ex-Premier Silvio Berlusconi und der Lega des ehemaligen Innenministers Matteo Salvini zusammengetan. Meloni beansprucht dabei den Posten der Ministerpräsidentin für sich, sollten ihre "Brüder Italiens" als stärkste Einzelpartei aus dem Urnengang hervorgehen. Der Mitte-Links-Partei (PD) um Spitzenkandidat Enrico Letta und der 5-Sterne-Bewegung des ehemaligen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte werden Außenseiterchancen eingeräumt, auch wenn Meinungsforscher sie zuletzt im Aufwind sahen. In einer Straßenbefragung in Rom äußerten Bürger am Wahltag vor allem die Erwartung, dass sich etwas ändert. O-ton Salvatore: "Ich hoffe auf gute Dinge für Italien, denn wir leben in schwierigen Zeiten, und wenn die Menschen mit Verstand wählen, ist es egal, ob die Rechte oder die Linke gewinnt, wichtig ist, dass konkrete Maßnahmen für das Land ergriffen werden." O-ton Paolo: "Ich glaube eher, als dass ich hoffe, dass die Rechte gewinnen wird, aber ich weiß nicht, wie es ausgehen wird. Soweit ich weiß, hat die Linke kein ernsthaftes Wahlprogramm und die Parteien sind auf sich allein gestellt, während die Rechte zumindest eine Koalition hat. Obwohl ich glaube, dass es besser wäre, wenn Berlusconi in den Ruhestand gehen würde, ehrlich gesagt. Die Wahl wurde notwendig, weil die alte Regierung - ein breites Bündnis unter dem früheren EZB-Präsidenten Mario Draghi - im Juli nach internen Querelen zerbrochen war.
Mehr
Alle Augen sind auf Italien gerichtet. Dort könnte bei den Wahlen am Sonntag die Postfaschistin Meloni mit ihrem Block aus rechten Parteien die erste Ministerpräsidentin werden. Erste Hochrechnungen werden nach Schließung der Wahllokale um 23 Uhr erwartet.

Mehr zum Thema

Newsticker