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Jagd auf Drogenboss in Jamaika: Zivilisten sterben bei gewaltsamen Unruhen

In Jamaikas Hauptstadt Kingston sind bei gewaltsamen Auseinandersetzungen nach der Jagd auf einen Drogenboss 31 Menschen ums Leben gekommen. Es handele sich bei den Opfern um 28 Zivilisten und drei Vertreter der Sicherheitskräfte, teilte die Polizei am Dienstag mit.

In Jamaikas Hauptstadt Kingston sind bei gewaltsamen Auseinandersetzungen nach der Jagd auf einen Drogenboss 31 Menschen ums Leben gekommen. Es handele sich bei den Opfern um 28 Zivilisten und drei Vertreter der Sicherheitskräfte, teilte die Polizei am Dienstag mit. Die meisten Zivilisten starben demnach in dem Armenviertel Tivoli Gardens, das schwer bewaffnete Polizisten und Soldaten am Montag gestürmt hatten. Dort soll sich der gesuchte Drogenboss Christopher "Dudus" Coke aufhalten, den die Regierung an die USA ausliefern will. Er wurde nicht gefasst. Die Karibikinsel Jamaika ist ein beliebtes Urlaubsziel von Touristen aus den USA und Europa.

Das US-Außenministerium gab eine Reisewarnung für den Großraum Kingston heraus. Auch das Auswärtige Amt in Berlin riet von einem Besuch Kingstons wie auch des nahe gelegenen Ortes Spanish Town dringend ab. Die von ausländischen Touristen frequentierten Gebiete an Nord- und Ostküste seien aber nicht betroffen und ruhig. Dennoch könne ein Übergreifen der Unruhen auf andere Teile Jamaikas nicht ausgeschlossen werden, warnte das Auswärtige Amt.

Die Spannungen auf der Insel hatten bereits im Laufe der vergangenen Woche zugenommen, nachdem Ministerpräsident Bruce Golding angekündigt hatte, das Auslieferungsverfahren für Coke auf den Weg zu bringen. Die USA beschuldigen ihn des Kokain- und Waffenhandels. Der Staatsanwaltschaft zufolge ist er der Anführer der berüchtigten Verbrecherorganisation "Shower Posse", die während der Drogenkriege der 80er Jahre Hunderte Menschen ermordete.

Reuters / Reuters