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Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus: Feier ohne Stalin

Der Kreml hat die umstrittenen Plakate mit dem Bild des Sowjetdiktators Josef Stalin zum 65. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus abgelehnt.

Der Kreml hat die umstrittenen Plakate mit dem Bild des Sowjetdiktators Josef Stalin zum 65. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus abgelehnt. "Das Organisationskomitee wendet sich kategorisch gegen eine Verbreitung der Stalin-Bilder", sagte der Chef des von Präsident Dmitri Medwedew eingesetzten Gremiums, Viktor Chrekow, nach Angaben der Zeitung "Komsomolskaja Prawda" (Mittwoch).

Dies galt als erstes Signal des Kreml an den Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow, die zum 9. Mai geplanten Stalin-Plakate in der Stadt doch zu verbieten. Menschenrechtler warnten erneut davor, russische Städte mit dem Bild des "Massenmörders" Stalin zu schmücken.

Die Organisation Memorial, die den sowjetischen Staatsterror aufarbeitet, forderte die russische Führung am Mittwoch auf, die im ganzen Land geplanten Stalin-Würdigungen zu verbieten. Moskau riskiere einen internationalen Skandal, wenn Staatsgäste die Siegesfeiern im Schatten Stalins begehen müssen, sagte Memorial-Historiker Jan Ratschinski. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist zu den Feiern in Moskau eingeladen.

Bürgermeister Luschkow will ungeachtet der Proteste auf Wunsch von Veteranen die Stalin-Plakate zulassen. Stalin habe das Land 1945 zum Sieg über Hitler geführt und sei nie verurteilt worden, hatte Luschkow zur Begründung gesagt. Dagegen geben Historiker Stalin die Schuld am Tod von Millionen von Menschen. Auch Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin hatten den kommunistischen Diktator zuletzt öffentlich als "Verbrecher" bezeichnet.

DPA / DPA