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Jerusalem: Gewalttätige Auseinandersetzung auf dem Tempelberg

Die israelische Polizei hat sich auf dem Tempelberg in Jerusalem Auseinandersetzungen mit protestierenden Palästinensern geliefert. Die Zusammenstöße auf dem von Juden wie Muslimen als heilig betrachteten Gelände entzündeten sich, als Palästinenser am Sonntag Steine auf Touristen warfen.

Die israelische Polizei hat sich auf dem Tempelberg in Jerusalem Auseinandersetzungen mit protestierenden Palästinensern geliefert. Die Zusammenstöße auf dem von Juden wie Muslimen als heilig betrachteten Gelände entzündeten sich, als Palästinenser am Sonntag Steine auf Touristen warfen. Anschließend weitete sich die Gewalt auf die angrenzenden Gassen der Altstadt aus. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Nach israelischen Angaben wurden vier Polizisten verletzt, nach palästinensischen Angaben zudem drei Demonstranten. Die Gewalt entflammte, während rund 1000 Touristen das Gebiet im historischen Zentrum besuchten.

Palästinensern zufolge machten Gerüchte die Runde, orthodoxe Juden wollten das Areal rund um die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg betreten. Die religiösen Spannungen haben zugenommen, seit Israel die Renovierung jüdischer Stätten im besetzten Westjordanland angekündigt hat. Deswegen gab es zuletzt auch in Hebron an mehreren Tagen Zusammenstöße. Bei Bethlehem wurden Augenzeugen zufolge vier Palästinenser bei einer Sicherheitskontrolle in der Nähe einer Stätte beschossen. Vor zehn Jahren ist nach einer Auseinandersetzung auf dem Tempelberg der zweite Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung ausgebrochen.

Der Mufti von Jerusalem, Mohammad Hussein, warnte Israel vor den Folgen eines "Sturms extremistischer Gruppen". Nach Angaben des von den Palästinensern ernannten Gouverneurs für Jerusalem, Adnan al-Husseini, hatten Jugendliche die Nacht an der Al-Aksa-Moschee verbracht, um Eindringlinge abzupassen. Die israelische Polizei erklärte, sie habe das Gelände betreten, weil etwa 20 Palästinenser Steine geworfen hätten. Die Angreifer zogen sich demnach in die Moschee zurück, die die Polizei nicht betritt.

Die Moschee liegt mit dem Felsendom auf dem Tempelberg, der an einer Seite von der Klagemauer begrenzt wird. Wie die Moschee für den Islam gehört die Klagemauer zu den wichtigsten religiösen Stätten des Judentums.

Ein hochrangiger Berater von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas warf Israel vor, die Spannungen zu schüren. Damit wolle die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die US-Pläne für eine Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen untergraben. Bislang hat die Regierung von US-Präsident Barack Obama keinen Erfolg damit gehabt, die Gespräche wieder zu beleben.

Reuters / Reuters
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