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Kerry im Krankenhaus Sorge um Iran-Verhandlungen wegen kranker Unterhändler


Bis Ende Juni soll ein Atom-Deal mit dem Iran stehen. Doch die Hauptakteure John Kerry und sein iranischer Kollege Mohammed Dschawad Sarif liegen im Krankenhaus. Ein böses Omen?

Der Zeitplan für das Ende Juni geplante Atomabkommen mit dem Iran droht ins Wanken zu geraten: Nachdem US-Außenminister John Kerry mit einem Beinbruch ins Krankenhaus musste, liegt nun auch sein iranischer Kollege Mohammed Dschawad Sarif in der Klinik.

Der 55-jährige Sarif leidet nach Berichten aus Teheran an einem schweren Hexenschuss und könne vorerst nicht mehr gehen. Kerry ist unterdessen in Boston - wie lange er "krankgeschrieben" bleibt, ist unklar.

Kerry erfolgreich operiert

Laut der Nachrichtenagentur ISNA konnte Sarif deshalb heute nicht an einem wichtigen Kongress in Teheran teilnehmen. Sarif hat seit Jahren chronische Rückenschmerzen, die in Stresssituationen besonders schlimm werden, heißt es - und der gegenwärtige Poker um den Atomdeal dürfte extrem stressig sein.

Kerry hingegen war am Sonntag beim Fahrradfahren in Frankreich verunglückt, einen Tag später wurde er nach Hause geflogen und wurde bereits erfolgreich operiert. "Der Eingriff war unkompliziert, die Fraktur wurde vollständig behoben", erklärte Kerrys orthopädischer Chirurg Dennis Burke vom Massachusetts General Hospital in Boston. Kerry solle bereits diese Woche erste Gehversuche machen und müsse wahrscheinlich nur noch kurze Zeit im Krankenhaus bleiben. Er rechne mit einer "vollständigen Genesung", erklärte Burke. Die Verletzung werde Kerrys Amtsführung nicht weiter beeinträchtigen.

Ohne das Atomabkommen werden die lähmenden Wirtschaftssanktionen gegen den Iran nicht aufgehoben. Sarifs Kritiker, besonders Hardliner im Parlament, lauern auf einen Ausrutscher. Der würde nicht nur die außenpolitische Arbeit von Sarif und Präsident Hassan Ruhani erheblich erschweren. Auch die Aussichten auf einen Sieg der Reformer bei den Parlamentswahlen im Februar wären bei einem Scheitern der Atomverhandlungen höchst ungewiss.

stb/DPA/AFP DPA

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