Katastrophale Ölpest-Bekämpfung BP-Boss Hayward weiß von nichts


Der umstrittene BP-Vorstandschef Tony Hayward ist nicht länger für das tägliche Krisenmanagement zur Bewältigung der Ölpest im Golf von Mexiko zuständig.

Der umstrittene BP-Vorstandschef Tony Hayward ist nicht länger für das tägliche Krisenmanagement zur Bewältigung der Ölpest im Golf von Mexiko zuständig. Hayward übergebe diese Aufgabe nun an Geschäftsführer Bob Dudley, sagte Verwaltungsratschef Carl-Henric Svanberg am Freitag dem Sender Sky News. Tags zuvor hatte Hayward bei einer stundenlangen Anhörung im US-Kongress zahlreiche Abgeordnete verärgert, weil er viele Fragen nicht beantwortete. Immer wieder antwortete er mit Sätzen wie "Darüber weiß ich nichts", "Ich bin kein Ingenieur", "Ich war nicht an dem Entscheidungsprozess beteiligt".

Der BP-Konzern hat nach eigenen Angaben deutlich mehr Geld an die Opfer der Ölkatastrophe im Golf ausgezahlt als vom Kongress angegeben. Ein Ausschuss des Repräsentantenhauses erklärte am Freitag in einer Stellungnahme, BP habe bis zum Dienstag nur 71 Millionen von geschätzten 600 Millionen Dollar bezahlt. Damit wären nur zwölf Prozent der Forderungen beglichen. BP-Sprecher Scott Dean sagte dagegen, bis Freitag seien 95 Millionen Dollar ausgezahlt worden. Der Konzern habe damit die Hälfte der bisher eingereichten 60.000 Einzelforderungen bearbeitet.

Der Ölkonzern Anadarko Petroleum, der zu 25 Prozent an der von BP betriebenen Ölquelle im Golf von Mexiko beteiligt ist, warf BP vor, rücksichtslose Entscheidungen und Handlungen des Unternehmens hätten zu der Katastrophe geführt. Anadarko-Chef Jim Hackett reagierte damit auf Forderungen in seiner Firma, Anadarko solle sich auch an den Kosten für die Beseitigung der Schäden beteiligen. Die Tragödie hätte verhindert werden können und sei das direkte Ergebnis des rücksichtslosen Vorgehens von BP. BP-Chef Hayward wies dies zurück und erklärte, neben BP seien vermutlich auch andere für das Unglück verantwortlich und müssten zu ihren Verpflichtungen stehen.

APN APN

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