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Kompromiss mit Pjöngjang Japan will Sanktionen gegen Nordkorea lockern


Weil Nordkorea Untersuchungen zum Verbleib entführter Japaner einleiten will, kündigt Japan eine Milderung von Sanktionen an. Auch die Aufhebung von Einreisesperren sei laut Medienberichten geplant.

Nach Fortschritten in den bilateralen Verhandlungen mit Nordkorea hat Japan die Lockerung einiger Sanktionen gegen Pjöngjang angekündigt. Regierungschef Shinzo Abe verwies am Donnerstag auf die Zusage Nordkoreas, Untersuchungen zum Verbleib mehrerer entführter Japaner einzuleiten. Details zu den Lockerungen nannte Abe nicht, Medienberichten zufolge geht es aber offenbar um die Aufhebung von Einreisesperren für Nordkoreaner, erleichterte Bargeldeinfuhren und das Recht von Schiffen unter nordkoreanischer Flagge, aus humanitären Gründen japanische Häfen anzusteuern.

Erste Gespräche nach 16 Monaten Funkstille

Der Spannungen zwischen Tokio und Pjöngjang bestehen schon mehrere Jahrzehnte, formal ruhen die diplomatischen Beziehungen beider Länder bis heute. Besonders das Schicksal der entführten Japaner belastet seit langem die Beziehungen, im März nahmen beide Seiten aber erstmals nach 16 Monaten Funkstille wieder offizielle Gespräche auf, in denen eine Annäherung erzielt werden konnte.

Nordkorea hatte vor gut einem Jahrzehnt zugegeben, in den 1970er und 1980er Jahren 13 Japaner entführt zu haben, um den eigenen Geheimdienstagenten die Sprache und Gebräuche der Japaner beizubringen. Fünf der Entführten durften später in ihre Heimat zurückkehren, die übrigen acht wurden von Pjöngjang für tot erklärt. Die japanische Regierung geht von dutzenden, wenn nicht gar hunderten Entführten aus.

Bei einem Treffen am Dienstag stellte die nordkoreanische Delegation die Details einer geplanten Ermittlungskommission vor, die sich den Entführungsfällen widmen soll. Als Vorsitzender des Gremiums ist nach japanischen Angaben ein einflussreicher Berater von Staatschef Kim Jong Un vorgesehen.

mod/AFP AFP

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