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Konflikt im Gelben Meer Südkorea kündigt trotz Kritik weitere Militärübung an


Südkorea und die USA haben trotz scharfer Kritik Nordkoreas eine baldige weitere Militärübung vor der koreanischen Halbinsel angekündigt. Das Manöver könne noch diesen Monat oder Anfang kommenden Jahres stattfinden, teilte der südkoreanische Generalstab in Seoul mit.

Zum Abschluss ihres Großmanövers im Gelben Meer haben Südkorea und die USA trotz scharfer Kritik Nordkoreas eine baldige weitere Militärübung vor der koreanischen Halbinsel angekündigt. Das Manöver könne noch diesen Monat oder Anfang kommenden Jahres stattfinden, teilte der südkoreanische Generalstab am Mittwoch in Seoul mit. China stärkte unterdessen seinem Verbündeten Nordkorea bei einem hochrangigen Treffen den Rücken.

Mit dem erneuten Manöver wollten Südkorea und die USA ihre Entschlossenheit demonstrieren, "strikt auf jegliche nordkoreanische Provokation zu reagieren", sagte ein Sprecher des Generalstabs in Seoul. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Militärkreise, auf Yeonpyeong seien am Mittwoch Boden-Luft-Raketen stationiert worden.

Die Ankündigung der neuen Übung erfolgte am letzten Tag eines großangelegtes Marinemanövers der beiden verbündeten Staaten im Gelben Meer, das ohne Zwischenfälle endete. Mit der Teilnahme des atombetriebenen US-Flugzeugträgers "USS George Washington" sowie zahlreicher weiterer moderner Kriegsschiffe und Flugzeuge war es das bislang größte gemeinsame Manöver der USA und Südkoreas. Nordkorea hatte die Militärübung scharf kritisiert und erklärt, es bringe die nordkoreanische Halbinsel an den "Rand des Krieges".

Wenige Tage vor dem Manöver hatte die nordkoreanische Armee die südkoreanische Insel Yeonpyeong mit Dutzenden Granaten beschossen und dabei zwei Soldaten und zwei Zivilisten getötet. Der südkoreanische Geheimdienstchef Won Sei Hoon sagte am Mittwoch Berichten zufolge in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Geheimdienstausschusses des Parlaments, die Gefahr weiterer Angriffe Nordkoreas sei groß.

Der chinesische Außenminister Yang Jiechi rief Seoul und Pjöngjang erneut zu Zurückhaltung und zur Rückkehr zum Dialog auf. China versuche nicht, "irgendeine Seite zu schützen", erklärte er laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua.

Vom Vorsitzenden der chinesischen Volkskammer, Wu Bangguo, erhielt Pjöngjang allerdings eindeutig Rückendeckung. Die stetige Festigung der freundschaftlichen Beziehungen zu Nordkorea sei "unerschütterliche politische Strategie der chinesischen Partei und Regierung", sagte Wu bei einem Besuch des Präsidenten der nordkoreanischen Volksversammlung, Choe Thae Bok, in Peking.

Zudem blockiert die Vetomacht China nach Angaben von Diplomaten im UN-Sicherheitsrat jede Aktion gegen Pjöngjang. Das Zerwürfnis gehe inzwischen so weit, dass am Dienstag nicht einmal mehr die bisherigen täglichen Gespräche über das Thema stattfanden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP in New York.

AFP AFP

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