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Konflikt mit Türkei: Syrien zeigt kein Interesse an Deeskalation

Die Türkei versucht, den Konflikt mit Syrien zu entschärfen. Der Sicherheitsrat rüffelt das syrische Militär. Aber das Assad-Regime scheint nicht an einer Deeskalation interessiert zu sein.

Die türkische Regierung sendet nach ihrem Vergeltungsschlag auf Ziele in Syrien Friedenssignale aus. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan versicherte nach türkischen Medienberichten, sein Land wolle keinen Krieg mit Syrien. Der Weltsicherheitsrat verurteilte den Angriff auf die Türkei mit fünf Toten scharf und forderte von beiden Seiten Zurückhaltung. Die Führung in Damaskus gab sich ihrerseits keine Mühe, die Krise zu entschärfen. Eine Entschuldigung lehnte sie ab.

Auch zwei Tage nach dem Granatenangriff auf ein türkisches Grenzdorf weigerte sich Damaskus, die Verantwortung für den Tod der Zivilisten im Nachbarland zu übernehmen. Die Staatsmedien schwiegen sich am Freitag zu dem Thema aus. Das Ergebnis der von der Regierung angekündigten Untersuchung zu dem Angriff, der am Mittwoch eine Türkin und ihre vier Kinder das Leben gekostet hatte, wurde bislang nicht veröffentlicht.

Die syrische Regierung hatte der Türkei zwar kurz nach den Angriff ihr Beileid ausgesprochen. Ihr UN-Botschafter in New York, Baschar al Dschafari, betonte aber, dies sei aus "Solidarität" mit der Familie der Getöteten geschehen. Es sei aber keine Entschuldigung.

Rebellen drohen iranische Geiseln zu töten

Die Mitglieder im Sicherheitsrat hatten stundenlang um eine Formulierung gerungen, weil die Russen dem Vernehmen nach jede Kritik an der syrischen Regierung verhindern wollten. Der Präsident des Sicherheitsrates, in diesem Monat der guatemaltekische UN-Botschafter Gert Rosenthal, sagte, dass "der schwerwiegende Vorfall unterstreicht, welche Auswirkungen die syrische Krise auf die Sicherheit der Nachbarn und Frieden und Sicherheit in der Region" habe. "Der Rat fordert, dass solche Verletzungen des internationalen Rechts sofort aufhören und sich nicht wiederholen."

Eine syrische Rebelleneinheit drohte unterdessen damit, 45 iranische Geiseln zu ermorden. In einem Video, das arabische Fernsehsender am Freitag veröffentlichten, sagt ein Rebellenführer, die Verhandlungen mit der syrischen und der iranischen Regierung über eine Freilassung der Geiseln seien gescheitert. Sollte die Forderung der Revolutionäre nach einer Freilassung von Gefangenen und einem Ende der "willkürlichen Angriffe auf wehrlose Zivilisten" bis Samstag nicht erfüllt worden seien, werde man dann damit beginnen, die Geiseln zu töten.

Die syrische Opposition berichtete am Freitag von einer Razzia der Regimetruppen in einem Dorf der Provinz Daraa, nachdem Rebellen am Vorabend den nahe gelegenen Militärstützpunkt Al-Musayfra eingenommen hatte. Bei dem Sturm auf das Militärgelände seien etliche Soldaten getötet worden, hieß es. Weitere Soldaten wurden den Angaben zufolge gefangen genommen.

Das staatliche Fernsehen meldete, die Sicherheitskräfte hätten in Kudsia, einem Vorort von Damaskus acht Männer befreit, die von "bewaffneten Terrorbanden" entführt worden seien. Die Regimegegner berichteten von zahlreichen Festnahmen in dem Viertel.

DPA / DPA