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Krieg in Syrien Schicken die USA jetzt Bodentruppen?


Jahrelange Konflikte im Irak und Afghanistan lassen die USA vor einem großflächigen Einsatz von Bodentruppen in Syrien zurückschrecken. Doch im Kampf gegen den IS zeichnet sich nun ein Kurswechsel ab.

In einen jahrelangen Krieg am Boden wollen sich die USA in Syrien und im Irak nicht verwickeln lassen. Zu traumatisch sind die Erinnerungen an den schleichenden "Mission Creep", also die Ausweitung der Einsätze in Libyen und in Vietnam. Wie geht es jetzt weiter:

  • Einen groß angelegten Einsatz von Bodentruppen hat Präsident Barack Obama ausgeschlossen. Im Gespräch ist jedoch, eine begrenzte Zahl an Spezialeinheiten nach Syrien und in den Irak zu schicken. Dieser Vorschlag ist allerdings nicht neu. Ob und wann Obama ihn annimmt, ist offen. Sein Entschluss dürfte auch vom Ausgang der neuen Syrien-Gespräche in Wien abhängen.
  • Weitere Gezielte Angriffe wie bei der Befreiungsaktion für rund 70 Geiseln im Nordirak hat Verteidigungsminister Ashton Carter bereits angedeutet. Bei der Aktion war ein US-Soldat getötet worden. Die USA wollen laut Carter ihre Partner unterstützen oder solche Einsätze gleich selbst ausführen, "ob durch Angriffe aus der Luft oder direkte Handlungen am Boden".
  • Mit verstärkten Luftangriffen wollen die USA offenbar eine Militäroffensive syrischer Rebellen und einiger kurdischer Gruppen gegen die syrische IS-Hochburg Al-Rakka im Norden des Landes unterstützen. Ein erfolgreicher Angriff auf Al-Rakka würde für den IS einen klaren Rückschlag bedeuten.
  • Auch eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Ramadi in der irakischen Provinz Al-Anbar ist im Gespräch. Sofern Obama sich zur Entsendung von Spezialeinheiten entschließt, könnten diese die Iraker bei der Attacke auch beratend unterstützen.
  •  Deutlich teurere und ehrgeizigere Schritte wie Flugverbotszonen und Pufferzonen werden laut "Washington Post" von keinem hochrangigen Obama-Berater unterstützt. Um Zivilisten zu schützen, wären nämlich Zehntausende Soldaten nötig. Außerdem wären dann auch direkte Konfrontationen mit russischen Flugzeugen über Syrien möglich, die Washington unbedingt vermeiden möchte.
  • Die Einbeziehung des Iran in die politischen Verhandlungen zur Syrien-Krise bedeutet einen Kurswechsel. Die USA kritisieren unter anderem, dass Teheran die Schiitenmiliz Hisbollah finanziere. Nach den erfolgreichen Verhandlungen um das iranische Atomprogramm und mit Blick auf die zunehmend aussichtslose Lage in Syrien scheinen Gespräche mit der iranischen Führung mittlerweile aber das geringere Übel zu sein.
amt DPA

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