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Kriegsrhetorik in Korea: Nordkorea kündigt Seegrenzen-Abkommen auf

Nach Manövern der südkoreanischen Marine plant Nordkorea, ein Abkommen zur Befriedung der umstrittener Seegrenze aufzukündigen.

Nordkorea hat die Annullierung eines Abkommens zur Vermeidung bewaffneter Auseinandersetzungen an der Seegrenze zu Südkorea angekündigt. Die Streitkräfte teilten am Donnerstag mit, die Vereinbarung werde für "vollkommen nichtig erklärt". Sollten südkoreanische Schiffe in die nordkoreanischen Hoheitsgewässer vordringen, würden sie sofort angegriffen, hieß es in der von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung. Damit verschärfen sich die Spannungen auf der geteilten koreanischen Halbinsel weiter.

Die Lage zwischen beiden Staaten ist seit dem Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs Ende März äußerst gespannt. Nach Einschätzung internationaler Ermittler wurde das Schiff durch einen nordkoreanischen Torpedo-Angriff versenkt. Mit seiner Drohung reagierte Pjöngjang auf ein großangelegtes Manöver der südkoreanischen Marine. Seoul hat wegen des Untergangs der "Cheonan" außerdem Handelssanktionen und weitere Strafmaßnahmen gegen Nordkorea eingeleitet.

Die nordkoreanischen Streitkräfte kündigten am Donnerstag zudem an, südkoreanischen Arbeitern und Fahrzeugen möglicherweise den Zugang zu der bislang gemeinsam mit Seoul betriebenen Sonderwirtschaftszone Kaesong zu sperren. Ein entsprechendes Verbot werde geprüft, hieß es. Ein Zeitrahmen ging aus der Mitteilung nicht hervor. Die beiden koreanischen Staaten befinden sich formal immer noch im Krieg, weil der Koreakrieg 1953 nur mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensabkommen beendet wurde.

China lehnt Verurteilung Nordkoreas ab

Die chinesische Regierung lehnte es unterdessen ab, sich den Schlussfolgerungen der internationalen Ermittlerkommission anzuschließen und Nordkorea die Schuld für den Untergang der "Cheonan" zuzuschreiben. Das Außenministerium erklärte, Peking habe über den Zwischenfall keine Informationen aus erster Hand. Der Fall sei sehr kompliziert und die Regierung wolle Informationen von allen Seiten prüfen, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Die Volksrepublik gilt als einziger Staat, der Einfluss auf die nordkoreanische Regierung ausüben könnte. Die USA wollen die internationale Gemeinschaft dazu bringen, den Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffs zu verurteilen, und bemühen sich um Sanktionen gegen Pjöngjang. Auf Druck Washingtons hat China bereits Strafmaßnahmen gegen den Iran wegen dessen Atomprogramm zugestimmt. Die Spannungen zwischen den koreanischen Staaten dürften auch ein Gipfeltreffen zwischen China, Südkorea und Japan am Wochenende bestimmen. Der chinesische Regierungschef Wen Jiabao wird bereits am (morgigen) Freitag in Seoul erwartet.

APN / APN