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Kroatien: Klarer Sieg für Ivo Josipovic

Der Sozialdemokrat Ivo Josipovic wird neuer Präsident Kroatiens. Wie die staatliche Wahlkommission am Montag mitteilte, hat der 52-jährige Jura-Professor die Stichwahl um das Präsidentenamt mit 60,29 Prozent der Stimmen klar gewonnen

Der Sozialdemokrat Ivo Josipovic wird neuer Präsident Kroatiens. Wie die staatliche Wahlkommission am Montag mitteilte, hat der 52-jährige Jura-Professor die Stichwahl um das Präsidentenamt mit 60,29 Prozent der Stimmen klar gewonnen, für den parteilosen Bürgermeister von Zagreb, Milan Bandic, stimmten nur 39,71 Prozent der Wähler. Josipovic kündigte an, Kroatien als Präsident in die Europäische Union führen zu wollen.

Die Wahlkommission verkündete das offizielle Ergebnis in der Nacht zum Montag nach der Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmzettel. In der Parteizentrale der sozialdemokratischen SDP wurde Josipovic von hunderten Anhängern mit "Ivo, Ivo"-Rufen gefeiert. In seiner Rede sprach er von einem Sieg für alle Kroaten. "Ich glaube fest daran, dass wir alle ein besseres, ein gerechteres Kroatien wollen", sagte der Wahlsieger in Zagreb.

Als Präsident wolle er sich für ein gerechtes und "europäisches Kroatien" einsetzen, das für Werte wie Demokratie, Freiheit und Menschenrechte stehe, sagte Josipovic. Der unterlegene Bandic gratulierte seinem Kontrahenten.

Die konservative Regierungschefin Jadranka Kosor begrüßte das Wahlergebnis und kündigte an, mit dem Sozialdemokraten Josipovic zusammenarbeiten zu wollen. Dies sei im Interesse aller Kroaten. "Ich glaube, dass Präsident Josipovic und die derzeitige Regierung Kroatien in die EU führen werden", sagte Kosor vor Journalisten. Ihrer konservativen HDZ gehört auch der scheidende Staatschef Stipe Mesic an, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte.

Insgesamt waren am Sonntag rund 4,4 Millionen Wahlberechtigte zu den Urnen gerufen. Die Wahlbeteiligung lag laut Wahlkommission bei 50,28 Prozent der Stimmen. Beide Kandidaten hatten sich im Wahlkampf für eine Eindämmung der Korruption und einen Beitritt Kroatiens zur EU bis 2012 stark gemacht.

AFP / AFP