HOME

Bombenattacke auf Krankenhaus: Afghanistan forderte Luftangriff in Kundus an

Nach den Worten eines US-Generals war es die afghanische Armee, die den verheerenden Bombenangriff auf ein Krankenhaus in der umkämpften Stadt Kundus angeforderte. 22 Menschen kamen zu Tode.

Das von US-Bomben zerstörte Krankenhaus in Kundus, in dem 22 Menschen starben

Eine Serie gezielter Bombenabwürfe ging auf das Krankenhaus nieder, sagen die Ärzte ohne Grenzen

Der verheerende amerikanische Luftangriff auf Kundus ist nach den Worten eines US-Kommandeurs auf Bitten der afghanischen Streitkräfte erfolgt. Diese hätten gemeldet, beschossen zu werden und um Luftunterstützung gebeten, sagte General John Campbell am Montag in Kabul. Daraufhin sei der Luftangriff befohlen worden, um die Bedrohung durch die radikalislamischen Taliban auszuschalten. Versehentlich seien auch Zivilisten getroffen worden.

Der General sagte nicht ausdrücklich, dass bei dem Angriff ein Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen getroffen wurde. Er versprach aber Transparenz bei der Untersuchung des Zwischenfalls, die vonseiten der Nato und Afghanistans erfolge. Seine Äußerungen widersprachen früheren US-Angaben, wonach US-Soldaten die Luftunterstützung angefordert hatten.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, die USA seien für den Einsatz verantwortlich, auch wenn sie Teil einer Koalition seien. "Es gibt für diesen schrecklichen Angriff keine Rechtfertigung." Die Organisation verlangt eine unabhängige Untersuchung des Luftangriffs auf ihre Klinik, bei dem 22 Menschen ums Leben kamen. Die Gruppe gehe davon aus, dass ein Kriegsverbrechen begangen worden sei, hatte Generaldirektor Christopher Stokes am Sonntag erklärt. Die Untersuchung müsse auf internationaler Ebene erfolgen, da es nicht ausreiche, sich allein auf die Erkenntnisse einer Konfliktpartei zu verlassen. General Campbell erklärte, er erwarte einen Zwischenbericht in den kommenden Tagen.

tis / Reuters