Kurdenkonflikt PKK-Rebellen töten türkischen Soldaten


Offenbar haben PKK-Rebellen bei einem Angriff auf eine Polizeistation in der Türkei einen türkischen Soldat getötet. Der Vorfall dürfte die Diskussion über einen möglichen Angriff der Türkei im Nordirak befeuern. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat sich in den USA dafür offenbar das OK geholt.

Ein türkischer Soldat ist Sicherheitskreisen zufolge bei einem Angriff kurdischer Rebellen getötet worden. Der Vorfall ereignete sich demnach in der Provinz Tunceli etwa 100 Kilometer nördlich der Grenzregion zum Irak. Die Rebellen hätten eine Polizeistation beschossen, verlautete es aus den Kreisen.

Die Türkei hat an der Grenze zum Irak rund 100.000 Soldaten zusammengezogen und droht seit Wochen mit einem Einmarsch, weil die PKK ihre Angriffe und Anschläge auf die türkische Armee vom Nachbarland aus vorbereitet. Der Irak hat bereits zugesagt, PKK-Kämpfer zu verfolgen und festzunehmen.

Großoffensive sei nicht wahrscheinlich

Die Wahrscheinlichkeit für eine Großoffensive der Türkei im Nordirak ist der Regierung in Bagdad zufolge gesunken. Grund seien die Gespräche des türkischen Regierungschefs Tayyip Erdogan mit US-Präsident George W. Bush, sagte der irakische Außenminister Hoschijar Sebari der Nachrichtenagentur Reuters. Auch ein Treffen der Nachbarn des Iraks in Istanbul sowie die Schritte der Führung in Bagdad gegen die Rebellen der kurdischen Arbeiterpartei PKK hätten zu einer Entschärfung der Lage beigetragen. "Ein großes militärisches Eindringen in den Nordirak - und groß ist hier das Schlüsselwort -, die Wahrscheinlichkeit dafür ist geringer", erklärte Sebari.

Erdogan hatte gesagt, die Türkei werde keinen Krieg führen, bereite sich aber auf einen Einsatz gegen die Aufständischen im Nordirak vor. Demnach sind kurzfristige Operationen wie Luftangriffe oder gezielte Angriffe türkischer Spezialeinheiten gegen PKK-Lager jenseits der Grenze zu erwarten. Bush hatte zuvor bekräftigt, die PKK sei der gemeinsame Feind von USA und Türkei. Zudem sagte er eine militärische Zusammenarbeit zu.

DPA, Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker