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Kurdenkonflikt: Türkei bombardiert erstmals Nordirak

Die türkische Armee hat erstmals seit Beginn des aktuellen Kurdenkonflikts, PKK-Stellungen im Irak bombardiert. Die Luftangriffe galten verlassenen Dörfern in der Grenzregion, die den Kurden-Kämpfern als Unterschlupf gedient haben sollen.

Die türkische Luftwaffe hat offenbar Stellungen mutmaßlicher kurdischer Rebellen in mehreren verlassenen Dörfern im Nordirak angegriffen. Es waren die ersten bestätigten türkischen Luftangriffe auf den Nordirak.

Vier türkische Soldaten getötet

Bei einem Gefecht mit kurdischen Rebellen im Südosten der Türkei wurden unterdessen wieder vier türkische Soldaten getötet, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Zwei Soldaten wurden verwundet.

Die türkische Nachrichtenagentur Dogan berichtete unter Berufung auf irakische Kurden, Flugzeuge hätten gegen 02.00 Uhr morgens einen von kurdischen Rebellen genutzten Außenposten an der Grenze in der Nähe der irakischen Stadt Sachu angegriffen. Später hieß es im Irak, türkische Hubschrauber hätten mehrere Dörfer attackiert. Eine Erklärung für die unterschiedlichen Angaben gab es nicht.

Türkei macht Irak und USA Vorwürfe

Wegen der zunehmenden Kämpfe hat die Türkei zehntausende Soldaten an der Grenze zum Irak zusammengezogen und wiederholt mit einem Einmarsch in den Nordirak gedroht, dem Rückzugsgebiet der Kämpfer der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK).

Die Regierung in Ankara hat der irakischen Regierung und auch den USA vorgeworfen, nicht genug gegen die PKK-Kämpfer zu unternehmen. Der Irak und die USA haben die Türkei ihrerseits vor einem Einmarsch gewarnt, da sie Auswirkungen auf die ohnehin angespannte Lage im Irak befürchten.

Keine Opfer auf Seiten der PKK

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan habe am Montagabend erklärt, der Tag einer Militäraktion jenseits der Grenze rücke näher, sagte ein Abgeordneter am Dienstag. Der irakische Oberst Hussein Tamir berichtete, die Luftangriffe am frühen Morgen hätten verlassenen Dörfern in der Nähe von Sachu gegolten, Opfer habe es nicht gegeben.

"Das sind nur verlassene Dörfer, die PKK hat keine Kämpfer dort", sagte Tamir der Nachrichtenagentur AP. Ein PKK-Sprecher bestätigte dies. Zuvor hatte es in der Türkei geheißen, PKK-Kämpfer hätten an der Grenze verlassene Posten besetzt.

AP / AP
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