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Kashoggi-Mord: Private Duz-Chats? Kushners Beziehung zu Saudi-Prinz sorgt für Fragen

Sie sollen sich duzen und private Nachrichten schicken: Trump-Schwiegersohn Jared Kushner soll dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman nach dem Kashoggi-Mord seine Hilfe angeboten haben - am offiziellen Protokoll vorbei.

Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner soll mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman informelle Verbindungen unterhalten

Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner soll mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman informelle Verbindungen unterhalten

AFP

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman steht unter dringendem Verdacht, in den Mord am Regimekritiker Jamal Kashoggi verstrickt zu sein. Doch die Trump-Regierung steht weiter fest an der Seite des langjährigen Verbündeten. Besonders eng ist offenbar die Beziehung zwischen Trump-Schwiegersohn Jared Kushner und dem saudischen Kronprinzen - zu eng für manche Beobachter.

Laut einem Bericht der "New York Times" soll Kushner Prinz Salman nach dem Kashoggi-Mord seinen Rat angeboten haben, wie man die Krise händeln könne. So soll Kushner den Prinzen gedrängt haben, seine Konflikte in der Region zu lösen und weitere Verlegenheiten zu vermeiden.

Kritisch sieht die "Times" dabei weniger den Inhalt der Ratschläge, sondern vielmehr die Tatsache, dass Kushner trotz der heiklen diplomatischen Situation weiter informelle Kontakte zum saudischen Regierungschef pflege. Auch nach CNN-Informationen nutzte Kushner seine engen Verbindungen zum saudischen Königshaus, um die Auswirkungen der Kashoggi-Krise abzumildern.

Jared Kushner: Informeller Austausch am Protokoll vorbei

Offiziell bestätigt ist nur ein einziges Telefonat Kushners mit Salman: Etwa eine Woche nach dem Verschwinden Kashoggis bat er die saudische Seite um weitere Informationen in dem Fall. De facto soll Kushner aber weiterhin regelmäßig mit Salman sprechen und Textnachrichten schreiben, berichtet die "New York Times" mit Bezug auf nicht genannte Quellen auf saudischer sowie US-Seite. Der 37-jährige Kushner und der 33-jährige Salman sollen dabei äußerst vertraut miteinander umgehen und sich angeblich sogar mit Vornamen ansprechen.

Mit einem solchen informellen Austausch würde Kushner das Protokoll verletzen, das vorsieht, dass bei solchen Gesprächen auch immer ein Vertreter des Nationalen Sicherheitsrates anwesend sei, schreibt die "Times". Das Weiße Haus erklärte gegenüber dem Blatt, Kushner habe sich immer ans Protokoll gehalten.

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Kushner, der auch Trumps Nahost-Sondergesandter ist, wird schon länger für seine Nähe zum saudischen Prinzen kritisch beargwöhnt. Laut dem "Times"-Bericht hätten sich Offizielle im Außen- und Verteidigungsministerium bereits seit März 2017 Sorgen über die Eins-zu Eins-Kommunikation der beiden gemacht. "Es gab ein Risiko, dass die Saudis ihn ausspielen", sagt ein anonymer, damaliger Mitarbeiter dem Blatt.

Quelle: New York Times / CNN

bak