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L'Aquila vor dem G8-Treffen: Auf das Beben folgt der Gipfel

Vor dem G8-Gipfel im italienischen L'Aquila beschwert sich der Bürgermeister der Stadt über den Stand der Aufbauarbeiten.

Von Sandro Mattioli, L'Aquila

Es ist Nacht in L'Aquila, und solange man nicht im historischen Zentrum unterwegs ist, glaubt man sich in einer schlafenden Stadt. Doch die Stadt schläft nicht, sie ist tot. In manchen Häusern brennt Licht, doch es wohnt niemand darin. "Sehen Sie, ich bin hier in diesem Gebäude zu Hause", sagt Massimo Cialente und weist mit dem Finger auf einen Wohnblock, an dem alle Rollläden heruntergelassen sind. "Die Häuser hier müssen alle abgerissen werden." Cialente haust inzwischen in einem Wohnmobil, er ist wütend und schimpft in einem fort.

Das ist ungewöhnlich, denn zum einen neigen die Bewohner der Region um L'Aquila selbst nach dem schweren Erdbeben vom 6. April nicht zum Jammern und Klagen. Und zum anderen ist Massimo Cialente der Bürgermeister dieser Stadt, einer Stadt, die es nach seinen Worten nicht gibt. Nicht mehr gibt. "Am Anfang dachte ich, dass Treffen der G8 könnte uns helfen. Aber da habe ich mich wohl getäuscht", sagt der parteilose Stadtchef. "Die Frage ist, ob der Gipfel mehr Licht auf die Situation hier wirft oder sich die wenige mediale Aufmerksamkeit gänzlich woanders hin verlagert."

Berlusconi präsentiert sich gerne als Macher

So ein Mensch wie der Bürgermeister von L'Aquila passt nicht in Silvio Berlusconis Plan, den Gipfel von der idyllischen sardischen Insel La Maddalena in den zerstörten Ort zu verlegen. Die gefürchteten militanten G8-Gegner würden wohl kaum über eine ohnehin schon geplagte Gegend herfallen, so sein Kalkül. Dazu könne Geld gespart werden und lokale Unternehmen von dem Medien- und Politikeransturm profitieren. Egal, ob es sich um neapolitanischen Müll handelt oder um Erdbebenschäden, Silvio Berlusconi präsentiert sich gerne als Macher, als einer, der Probleme fix anpackt und löst. Ein Bürgermeister, der zuviel schimpft, stört da nur. Also bleibt er außen vor. Caliente wurde nicht eingeladen, er hat keinen öffentlichen Termin. Nur die japanische Delegation hat angefragt, ob er sie durch die Stadt führen mag. Doch das ist kaum möglich, lediglich ein Weg zum Domplatz ist freigegeben. Immerhin sind auch dort genug Schäden zu besichtigen: eingestürzte Kirchenkuppeln, lange Risse in Gebäuden, Schutt am Wegesrand.

Der Bürgermeister beschwert sich, dass der Wiederaufbau viel zu langsam anläuft. "Ich habe immer wieder nach einem Kostenplan gefragt, wurde aber immer wieder vertröstet. Dabei startet hier ohne eine Kostenaufstellung gar nichts. Wahrscheinlich ist das Geld für den Aufbau noch gar nicht da!", sagt Cialente. Die Menschen in den Zeltstädten wollen endlich wieder in ihre Wohnungen zurück oder zumindest in ein provisorisches Haus einziehen. Die Zeit drängt, denn in dem am Rand des Abruzzen-Gebirges und dem Gipfel des Gran Sasso gelegenen L'Aquila wird es ab September nachts sehr kalt. Eine Gruppe von einem Jugendzentrum hat einen Spaziergang mit Fackeln organisiert, um der Toten des Erdbebens vor 90 Tagen zu gedenken. Die Veranstaltung, sagt Organisator Marco Sebastiani, ein Student aus Perugia, habe aber überhaupt nichts mit dem G8 zu tun.

"Der G8-Gipfel bringt uns nur Nachteile"

Doch ganz so einfach ist das nicht: Der italienische Premierminister hat das Erdbeben und den G8-Gipfel miteinander verknüpft, und folglich hatten die Veranstalter des Fackelspaziergangs Angst, militante Gipfelgegner könnten ihr stilles Gedenken stören. "Der G8-Gipfel bringt uns nur Nachteile", sagt Sebastiani. "Die Straße zum Flughafen wurde zwar frisch geteert, aber wir können uns nicht frei bewegen und die Menschen hier erfahren nach dem Stress des Erdbebens das Chaos des G8-Gipfels."

Sieht man vom massiven Polizeiaufgebot auf den Straßen ab, spürt man in L'Aquila derzeit noch wenig von dem Großereignis, und so ist der Gipfel bei vielen Einwohnern noch kein Thema. Wenn das Treffen beginnt, dürfte das anders sein. Die in Italien hoch geschätzte Bundeskanzlerin Merkel wird gleich zu Beginn Onna besuchen, den Ort, für dessen Wiederaufbau sich der deutsche Botschafter in Rom, Michael Steiner, stark macht. In einem barbarischen Akt wurden dort vor 65 Jahren 17 junge Einwohner von deutschen SS-Männern hingemetzelt, und Steiner hat nun Wiedergutmachung im Sinn. Barack Obama wurde von Silvio Berlusconi zu einer gemeinsamen Besichtigung der zerstörten Gegend gebeten. Und auch Nicolas Sarkozy hat einen Ortsbesuch angekündigt. Vielleicht geht das Kalkül also doch auf, und es finden sich neue Unterstützer des Wiederaufbaus.

Gelassenheit trotz Merkel-Visite

In der Zeltstadt in Onna sieht man dem Besuch der Kanzlerin gelassen entgegen. Bernd Urban, der den Einsatz des deutschen Technischen Hilfswerks in dem kleinen Ort leitet, wird wohl Angela Merkel treffen, aber aufgeregt wirkt er angesichts dessen nicht. Und auch Roberto Pezzopane, der sich noch gut an das Massaker von 1944 erinnert, bleibt gelassen. "Wir haben hier keine Hassgefühle gegen die Deutschen", sagt er. "Die Schuldigen von damals waren Hitler und Mussolini." In dem Camp freut man sich über die Unterstützung durch das THW, die "Tag und Nacht arbeiten". Die Zusammenarbeit zwischen italienischem Katastrophenschutz und deutschem THW klappe bestens, betont Bernd Urban. Der Gipfel? Ist in Onna nur eine Randerscheinung.

Vielleicht bleibt auch das Thema Erdbeben beim G8-Treffen eine Randerscheinung. Im Pressezentrum des Tagungsortes, einer Kaserne der italienischen Finanzpolizei außerhalb der Stadt, sind ein paar Tafeln mit Bildern von zerstörten Kirchen aufgestellt. In dem Bereich, in dem die Politiker sich bewegen werden, sucht man Hinweise auf das Beben vom April jedoch vergeblich.

Auch bei den Arbeitssitzungen werden die Erdstöße kaum eine Rolle spielen. Die Kommissionen werden verhandeln, wie mit dem Iran nach den möglicherweise manipulierten Wahlen umzugehen ist. Es geht um künftige Quellen für ein Wirtschaftswachstum, um organisierte Kriminalität, eine Erklärung zur Abrüstung wird vorbereitet, es wird über die Effekte der Weltwirtschaftskrise auf die Entwicklungsländer diskutiert werden, über das Klima sowieso und über Maßnahmen gegen den Terrorismus und die Weiterverbreitung von Waffen.

Evakuierungsplan für die Kaserne

Die Politiker werden vielleicht in der Kaserne wohnen, vielleicht aber auch anderswo. Genau sagt das niemand, auch aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Für den Fall, dass die Erde wieder einmal stärker bebt - Erdstöße gibt es in der Gegend praktisch jeden Tag - ist ein Evakuierungsplan für die Kaserne erstellt worden. Die Kasernenschule heißt jetzt Hotel Sardegna, die Zimmer wurden allesamt gleich eingerichtet: Zwei Einzelbetten, zwei Schreibtische, ein großer Kleiderschrank, schön weiße Waschbecken und ein Fernseher mit Satellitenanschluss. Ab Mittwoch werden hier die Kommissionen und Politiker aus aller Welt wohnen. Später dürfen sich dann einige hundert Einwohner der Gegend von L'Aquila über neue Möbel freuen. Weiße Ledercouchs mit chromfarenen Füßen der Marke Forsit etwa werden für sie abfallen - Stückpreis 290 Euro.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?
  • Sandro Mattioli