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Klimaschutz Brasiliens neuer Präsident Lula macht Naturschützerin Marina Silva wieder zu seiner Umweltministerin

Präsident Lula da Silva mit der Umweltministerin Marina Silva
Lula da Silva mit Umweltministerin Marina Silva. Die Naturschützerin hat den Posten schon einmal bekleidet. 
© EPA/Andre Borges
Kurz dem offiziellen Amtsantritt hat Brasiliens neuer Präsident Lula da Silva die international bekannte Naturschützerin Marina Silva zu seiner Umweltministerin ernannt. Klimaschutz soll in der neuen Regierung oberste Priorität haben.

Kurz vor seinem Amtsantritt hat der gewählte brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva die international bekannte Naturschützerin Marina Silva zu seiner Umweltministerin ernannt. Lula gab die Nominierung der 64-Jährigen am Donnerstag bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Brasília bekannt. Insgesamt soll die linksgerichtete Regierung 37 Minister umfassen.

Umweltschutz soll unter Lula da Silva mehr Bedeutung bekommen

Silva war bereits von 2003 bis 2008 während der früheren Präsidentschaften Lulas Umweltministerin. Sie brach jedoch mit Lula, da sie ihm vorwarf, sie beim Schutz des Amazonasgebiets nicht ausreichend zu unterstützen. Die Afrobrasilianerin und bekennende evangelikale Christin war danach bei drei Präsidentschaftswahlen selbst als Kandidatin angetreten und gescheitert. Später versöhnte Silva sich dann mit Lula.

Im Gegenzug für ihre Unterstützung Lulas bei der Präsidentschaftswahl im Herbst hatte Silva ihm eine Reihe von Zusagen abgerungen: Dazu gehört die Einrichtung einer nationalen Behörde für Klimasicherheit, die für die Überprüfung von Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen zuständig sein soll.

Das Umweltministerium im größten und bevölkerungsreichsten Staat Südamerikas ist aus Sicht internationaler Beobachter von entscheidender Bedeutung. Die Entwaldung des für das Weltklima wichtigen Amazonasgebiets hatte unter Lulas rechtsradikalem  Amtsvorgänger Jair Bolsonaro erheblich zugenommen. 

Erstmals gibt es ein Ministerium der Indigenen Völker 

Lula selbst hatte im Wahlkampf einen deutlichen Kurswechsel in Aussicht gestellt. Unter anderem versprach er, die Überwachung des Amazonas wieder aufzunehmen – mit dem Ziel, dass kein Baum mehr dort gefällt wird. Der Klimaschutz werde für seine Regierung eine "strategische Priorität auf höchster Ebene" haben, kündigte Lula in einem Zeitungsinterview an, das er vor seiner Teilnahme an der UN-Klimakonferenz im ägyptischen Scharm el-Scheich gab. 

Silva zählt zu 16 Regierungsmitgliedern, die Lula am Donnerstag der Öffentlichkeit präsentierte. Das neue Kabinett ist damit vollständig. Erstmals in der brasilianischen Geschichte wird es auch ein Ministerium der Indigenen Völker geben. Zu dessen Chefin ernannte Lula die 48-jährige Sonia Guajajara. Die indigene Anführerin war vom US-Magazin "Time" in die Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt aufgenommen worden.

Insgesamt wird Lulas neue linksgerichtete Regierung 37 Minister umfassen – im Kabinett Bolsonaros waren 22 es Ressortchefs. Am 1. Januar wird der 77-Jährige das Präsidentenamt antreten. Er hatte sich Ende Oktober in einer Stichwahl knapp gegen Bolsonaro durchgesetzt.

lhi AFP

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