HOME

Krankenwagen gestoppt: Wütender Mob lyncht verletzte Syrer

Angehörige der Religionsgemeinschaft der Drusen haben einen Krankenwagen in den Golanhöhen mit Steinen gestoppt und zwei darin transportierte verletzte Syrer attackiert. Einer der Männer starb, der andere schwebt in Lebensgefahr.

Ein UN-Wachposten an der israelisch-syrischen Grenze nahe der Golan Höhen

Mit Wachposten wird das Gebiet an der syrisch-israelischen Grenze nahe der Golanhöhen kontrolliert

Drusen auf dem israelisch kontrollierten Teil der Golanhöhen haben einen Lynchmord an einem syrischen Verletzten verübt. Eine wütende Menge Dutzender Golanbewohner habe in Grenznähe einen israelischen Krankenwagen mit Steinen beworfen, bestätigte eine Armeesprecherin am Dienstag. Sie hätten zwei Verletzte aus dem Wagen gezerrt und geschlagen, sagte ein Polizeisprecher.

Dabei sei einer der Verletzten getötet worden, der zweite schwebe in Lebensgefahr. Die Schutzscheibe des Krankenwagens sei zersplittert. Zwei israelische Soldaten hätten ebenfalls Verletzungen erlitten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem "sehr schwerwiegenden" Vorfall.

Nach Angaben der israelischen Zeitung "Haaretz" handelt es sich bei den Opfern um syrische Rebellen. Es war bereits der zweite Vorfall dieser Art. Am Montag hatten Drusen einen Krankenwagen angehalten, um zu überprüfen, ob er verletzte syrische Rebellen transportiert.

Drusen fordern Hilfe von Israel

Die Drusen auf den seit 1967 von Israel besetzten Golanhöhen sind äußerst besorgt über das Schicksal ihrer Glaubensgenossen auf der syrischen Seite. Im Norden Syriens hatten Kämpfer der Terrorgruppe Al-Nusra-Front zuletzt 20 Drusen getötet.

Die Drusen haben Israels Armee dazu aufgerufen, ihren Angehörigen auf der anderen Seite zu helfen. Israel hat jedoch immer wieder betont, es wolle sich in den syrischen Bürgerkrieg nicht einmischen. Der jüdische Staat behandelt in seinen Krankenhäusern syrische Verletzte, ganz gleich, welchem Lager sie angehören.

fin / DPA
Themen in diesem Artikel