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Sicherheitsbedenken Marokko verbietet Verkauf von Burka und Niqab

Frau mit Burka
Frau mit Burka: Die Diskussion rund um die Vollverschleierung wird in Marokko schon länger geführt
© Nicolas Asfouri/AFP
Das muslimische Königreich Marokko geht offenbar gegen Vollverschleierung vor: Medienberichten zufolge hat die Regierung die Produktion und den Verkauf von Burkas verboten - mit einer Frist von 48 Stunden.

Die Regierung in Marokko hat die Vollverschleierung muslimischer Frauen offenbar untersagt. Das Innenministerium in Rabat habe Produzenten, Händler und Geschäfte, die Burkas und Niqabs herstellen, importieren oder vertreiben, angeschrieben und darüber informiert, dass die Kleidung nicht mehr verkauft werden darf, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Vertreter des Ministeriums hätten zudem Märkte aufgesucht, um Schneidern und Verkäufern die schriftliche Anordnung persönlich zu übergeben.

Den Berichten zufolge räumte die Regierung des muslimischen Landes den Herstellern und Händlern lediglich 48 Stunden Zeit ein, um ihre Bestände aufzulösen. Nach Ablauf der Frist würden die lokalen Verwaltungen die Waren beschlagnahmen.

Oft verwechselt

Die Burka wird hierzulande oft mit der Niqab verwechselt. Bei der Burka sind neben Körper, Haaren und Gesicht auch die Augen hinter einem Schleier oder Netz verborgen. Sie wird überwiegend von muslimischen Frauen in und aus Afghanistan getragen und ist meist blau. Eine Burka sieht man hierzulande extrem selten. Bei der Niqab hingegen bleibt die Augenpartie des Gesichtsschleiers frei. Die Niqab wird hauptsächlich von Musliminnen aus Saudi-Arabien und dem Jemen getragen. In Deutschland geht man von rund 200 Frauen aus, die eine Niqab in der Öffentlichkeit tragen. Beide, Burka und Niqab, lassen sich aber als Vollverschleierung bezeichnen. Das Kopftuch – in Form von Hidschab, Al-Amira oder Chimar getragen – lässt das gesamte Gesicht frei.

Auslöser sind offenbar Sicherheitsgründe

Laut der marokkanischen Nachrichtenseite "Le360" bestätigte das Innenministerium das Verbot. Ein Sprecher habe darüber informiert, dass Marokko alle Maßnahmen ergriffen habe, damit die Herstellung, der Import und der Vertrieb von Burkas unterbunden werden, heißt es. In den sozialen Netzwerken werden Bilder verbreitet, die das Schreiben des Innenministeriums zeigen sollen.

Hintergrund des Verbotes sind offenbar Sicherheitsbedenken. Die Diskussion rund um die Burka und den Niqab werde in dem Königreich schon länger intensiv geführt, berichtet die "Maghreb-Post". Gerade in den Großstädten sei die Burka für kriminelle Aktionen missbraucht worden. Die Debatte um ein Verbot im öffentlichen Raum lasse vermuten, dass die Behörden auch Terroranschläge befürchteten, bei denen sich die Attentäter mithilfe der Vollverschleierung tarnen könnten.

mad

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