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Sylvia Margret Steinitz: Emanzitiert: Burka gegen Bikini: Kampf der Kleiderkulturen

Der Streit um "passende" Badekleidung für Frauen stellt eine Premiere für Europa dar. Und eine Chance: für eine neue Verhüllungs- und Enthüllungskultur. 

Von Sylvia Margret Steinitz

Burkini und Bikini

Was darf es sein: Burkini oder Bikini?

Es ist für viele schon jetzt eines der Bilder des Jahres: Eine Frau wird von Polizisten aufgefordert, ihre langärmlige Tunika auszuziehen. Sie gefährde die - ja was eigentlich? Die innere Ordnung des Staates? Die europäische Leitkultur? Das Sicherheitsgefühl der Strandbesucher? Der französische Staatsrat bestimmte jetzt: Gar nichts gefährdet sie. Und hob das Burkini-Verbot, das rund 30 französische Ortschaften ausgesprochen hatten und dem die unbekannte Frau am Strand von Nizza zum Opfer fiel, wieder auf. Gestritten wird weiterhin: über die Selbstbestimmung der Frau, über die Grenzen der Toleranz, über Leitkultur und was nackte Haut mit Werten zu tun hat. Die Position, die "der Westen" dabei einnimmt, ist, dass Frauenkörper aus Prinzip zu verhüllen rückständig sei. 

Premiere für Europa

Zum ersten Mal seit der Christianisierung des Kontinents stehen wir damit auf der Seite der "Enthüllung". Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war es umgekehrt: Wenig oder gar keine Kleidung galt als unzivilisiert, wild, primitiv. Aus fernen Kolonien erreichten uns Berichte von "nackten Eingeborenen", die "exotische Wilde" war eine der beliebtesten Sexfantasien des braven Bürgersmanns. Denn allein der Umstand, dass die Frauen der Himba, der Aboriginals oder der Yanomami - wie die Männer auch - nackte Haut zeigten, galt als Hinweis auf "besondere Sinnenfreudigkeit". Wer seine Brüste so offenherzig zeigte, meinten die Vertreter der Christenheit, hatte wohl besonders gern Sex, ja, forderte geradezu dazu auf. Sie zeigte damit ein schändliches Wesen, für eine solche Frau galten in Folge weder Anstands- noch sonstige Regeln. 

Islamische Körperbedeckung: Burka, Nikab, Hidschab - kennen Sie den Unterschied?


Die gleiche, unsagbare Dummheit dieser Schlussfolgerung erleben wir heute durch Zuwanderer aus "verhüllenden" Kulturen, die sich über bauchfreie Tops der "eingeborenen" Europäerinnen mokieren, über kurze Hosen und offenes Haar. Die westliche Frau gilt in weiten Teilen der arabischen und asiatischen Welt als "Schlampe", als Wesen, dem man seine Ehre gar nicht rauben kann, indem man ihm Anzüglichkeiten nachruft, es beschimpft oder begrapscht, weil es von vornherein keine besitzt. 

Berichte europäischer Forscher über die ersten Bewohner Australiens zeigen: Aborigines reagierten verunsichert ob der Aufmerksamkeit, die ihre Nacktheit erregte. Frauen lernten sich in Anwesenheit von Weißen so hinzusetzen, dass ihre Fersen die Vagina verbargen. Das Starren der Europäer müssen sie als ebenso aufdringlich und rückständig empfunden haben wie wir heute die Blicke von Männern, in deren Welt der Frauenkörper weltanschaulich markiert und entsprechend bewertet wird. Heute sind es wir Westeuropäerinnen, die immer seltener oben ohne an den Strand gehen und immer öfter auf Spaghettiträger verzichten - nur keine anzüglichen Blicke auf sich ziehen.

Seltsam, dass wir jetzt als die "exotischen Wilden" gelten. Wir selbst sind zwar der Überzeugung, die höher stehende Kultur zu vertreten. Doch wenn wir einen Blick in die Geschichte werfen, so stellen wir fest: In der direkten Konfrontation siegt die Verhüllungs- stets über die Enthüllungskultur. 

Auch Frauen tragen Verantwortung

Es sind übrigens nicht immer religiöse Motive, die zu Kleidervorschriften führen: Lange Zeit wurde damit der soziale Status eines Menschen markiert. Im US-Bundesstaat Louisiana etwa wurde Ende des 18. Jahrhunderts eine Verordnung erlassen, nach der afrikanischsstämmige Frauen ihr Haar zu verhüllen hatten. Der Hintergrund ist einigermaßen skurril: Immer mehr freie Afroamerikaner bewegten sich damals selbstbewusst in der Öffentlichkeit. Dabei zogen junge Frauen aller Hautfarben - von dunkelbraun bis fast weiß -, sorgfältig zurechtgemacht und das Haar in kunstvolle Frisuren gelegt, die Blicke weißer Männer auf sich. Das wiederum passte deren Gattinnen nicht, die um ihren sozialen Status als "Weiße" und die Heiratschancen ihrer Töchter angesichts der wachsenden, hellhäutigen Konkurrenz fürchteten. Der Tignon, so nannte man den Tschador für Afroamerikanerinnen, den der Gouverneur von Louisiana verhängte, stellte zwar die "Rassenordnung" nach außen wieder her. Die betroffenen Frauen machten jedoch aus dem ihnen aufgezwungenen Stück Tuch ein modisches Statement und entwickelten tolle Knoten und Verzierungen für den Tignon - wodurch sie besonders elegant wirkten und ebenso viel Aufmerksamkeit erregten wie vorher. Tja.

Frauen, die Kleidervorschriften nicht nur überwachen, sondern auch verlangen, Frauen, die "aufreizende" Kleidung kritisieren, sei es aus dem Wunsch nach Anerkennung, aus Angst, Eifersucht oder woraus auch immer entstandener Prüderie - der Anteil von Frauen an der Aufrechterhaltung von Kleiderdiktaturen jedenfalls ist ein Punkt, der gerne vernachlässigt wird.

Kehren wir also mal vor unserer eigenen Tür, statt immer nur den Männern die Schuld zu geben. Die Freiheit von jeglicher Kleiderordnung, eine der wichtigsten Errungenschaften der Menschheit, müssen wir gemeinsam bewahren - Männer und Frauen nebeneinander, in gegenseitigem Respekt und dem Bewusstsein der jeweils eigenen Verantwortung für das große Ganze. Vielleicht gelingt uns auf diese Art eine zweite Premiere in Europa: Dass weder eine Ver- noch eine Enthüllungskultur herrscht, sondern eine Kultur der wahren Selbstbestimmung. Eine Kultur, in der weder ein Bi- noch ein Burkini als Bedrohung empfunden wird. Das wäre etwas, wofür es sich zu streiten lohnt.


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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.