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Martti Ahtisaari: Friedensnobelpreis für den Konfliktlöser

Er gilt weltweit als einer der erfahrensten Diplomaten mit zahlreichen Vermittlereinsätzen auf der Weltbühne: Für seine bedeutsamen Bemühungen zur Lösung internationaler Konflikte erhält der finnische Ex-Präsident Martti Ahtisaari den diesjährigen Friedensnobelpreis.

Der Friedensnobelpreis 2008 geht an den früheren finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari. Das teilte das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo mit. Ahtisaari habe den Preis erhalten für seine bedeutsamen Bemühungen zur Lösung internationaler Konflikte auf mehreren Kontinenten und über mehr als drei Jahrzehnte. Dem Komitee lagen 197 Nominierungen vor. Der 71-Jährige sagte in einer ersten Reaktion, er sei "erfreut" über den Preis.

Der mit umgerechnet rund einer Million Euro dotierte Preis wird in Oslo am 10. Dezember überreicht, dem Todestag von Alfred Nobel. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den Weltklimarat der Vereinten Nationen und den ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore.

"Natürlich bin ich sehr zufrieden"

Im norwegischen Rundfunksender NRK sagte der neue Preisträger nur wenige Minuten nach der Mitteilung aus Oslo: "Natürlich bin ich sehr zufrieden mit der Entscheidung des Nobelkomitees. Und auch erfreut. Am allerwichtigsten von all meinen Einsätzen war natürlich der Einsatz bei der Unabhängigkeit von Namibia. Dort war ich über 13 Jahre engagiert. Aceh und Kosovo sind aber auch sehr wichtig gewesen."

Ahtisaari gilt weltweit als einer der erfahrensten Diplomaten mit zahlreichen Vermittlereinsätzen auf der Weltbühne. Seine sechs Jahre als finnisches Staatsoberhaupt von 1994 bis 2000 blieben nur ein Zwischenspiel im ständigen Friedensdienst für internationale Organisationen. Für den berühmtesten Preis der Welt aus Oslo wurde er seit mehreren Jahren zum engsten Favoritenkreis gerechnet.

Von 1977 bis 1981 sowie Ende der 80er Jahre arbeitete Ahtisaari als UN-Kommissar für Namibia. Der Balkankonflikt gehörte schon 1991 bis 1993 zu seinem Arbeitsgebiet, als er Chef einer "UN-Arbeitsgruppe Bosnien-Herzegowina" war. 1999 verhandelte Ahtisaari erfolgreich im Dienst von UN und EU über die Beendigung des Serbien-Krieges mit dem damaligen Präsidenten in Belgrad, Slobodan Milosevic.

Nach seiner Ablösung im höchsten finnischen Staatsamt 2000 gründete er in Helsinki das kleine Institut CMI, das sich mit Krisenmanagement befasst. Von hier aus übernahm er Aufträge wie im Jahr 2000 die Überwachung einer Entwaffnungsaktion bei der nordirischen Untergrundorganisation IRA.

joe/Reuters/DPA / DPA / Reuters