Moskau 45 Tote bei Feuer in Suchtklinik


Bei einem Brand in einer Moskauer Suchtklinik sind 45 Frauen ums Leben gekommen; zehn weitere wurden schwer verletzt. Die russische Justiz ermittelt wegen Brandstiftung; dem Klinikpersonal wird vorgeworfen, die Patienten zurück gelassen zu haben.

Beim Brand in einer Moskauer Entzugsklinik sind in der Nacht zu Samstag 45 Frauen getötet worden. Mehr als 100 Menschen wurden gerettet. Nach Angaben der Einsatzkräfte waren die Fluchtwege von Metallgittern im Treppenhaus und an Fenstern blockiert. Ursache des Feuers war den Behörden zufolge sehr wahrscheinlich Brandstiftung. Der Brand sei wohl in der Kantine gelegt worden.

"Der Lage nach zu schließen wollten die Frauen fliehen, aber es gab nur einen Feuerausgang", sagte der stellvertretende Katastrophenschutzminister Alexander Tschuprijan zu Journalisten vor dem Krankenhaus Nummer 17 im Südwesten Moskaus. Eine Ministeriumssprecherin erklärte, eines der Treppenhäuser sei vom Feuer versperrt gewesen, das andere von einem Metallgitter. Letzteres hätten die Feuerwehrleute erst mit Mühe beseitigen müssen. Tschuprijan warf dem Klinikpersonal vor, beim Feueralarm geflohen zu sein, ohne die Patientinnen zu retten.

Bereits des öfteren Brände in Moskauer Krankenhäusern

Alle Opfer hielten sich den Angaben zufolge im ersten Stock des Gebäudes auf. Gestorben sind sie demnach, weil sie den Rauch einatmeten, der aus der nahe gelegenen Kantine kam. "Unserer Meinung nach wurde der Alarm nicht rechtzeitig ausgelöst, weil der dicke Rauch die Menschen sehr rasch ohnmächtig gemacht hat", sagte die Ministeriumssprecherin weiter.

In Moskau ist es in der Vergangenheit des öfteren zu Bränden in Krankenhäusern für Drogenabhängige und psychisch Kranke gekommen, bei denen zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Im November 2003 waren in Moskau 44 ausländische Studenten umgekommen und 156 verletzt worden, als ihr Wohnheim an der Universität für Völkerfreundschaft ausbrannte. Die Gebäude sind oft alt und kaum saniert, die Fenster vergittert.

Reuters/DPA DPA Reuters

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