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Nach Entführungen durch Boko Haram Nigerias Präsident Jonathan sagt Besuch in Chibok ab


Nigerias Regierungschef Goodluck Jonathan hat kurzfristig einen Besuch in der Heimatstadt der mehr als 200 durch Boko Haram entführten Mädchen abgesagt. Die Opposition ist entsetzt.

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan hat einen geplanten Besuch in der Heimatstadt der vor einem Monat von Islamisten verschleppten fast 300 Schülerinnen abgesagt. "Der Präsident hat den Besuch in Chibok gestrichen", teilte Jonathans Büro am Freitag mit, ohne Gründe zu nennen. Anstatt in den entlegenen Bundesstaat Borno zu reisen, soll Jonathan nun direkt nach Paris fliegen, wo am Samstag ein internationaler Gipfel zur Bedrohung durch die islamistische Sekte Boko Haram in der Region stattfindet.

Boko Haram hatte Mitte April eine Schule in der Stadt Chibok in Borno überfallen und 276 Schülerinnen verschleppt. Mehrere Mädchen konnten sich befreien, noch immer werden aber 223 von ihnen an einem unbekannten Ort festgehalten. Die nigerianische Regierung und insbesondere Jonathan waren nach der Entführung Mitte April auch international wegen ihrer zögerlichen Reaktion in die Kritik geraten.

Die Nichtregierungsorganisation Koalition gegen Korrupte Führer zeigte sich "schockiert und enttäuscht" über die Absage des Besuchs. Wenn Jonathan als Oberkommandierender der Streitkräfte Angst vor einem Besuch in Chibok habe, sende er den "unglückseligen Leuten" im Nordosten des Landes damit die Botschaft, "dass er sie nicht beschützen kann und sie sich in ihr Schicksal fügen sollten". Die Organisation forderte den Präsidenten zum Rücktritt auf.

ono/AFP AFP

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